GRÄSER-LEISTUNGEN

Was ist Rasen?

Rasen besteht aus Einzelgräsern mit unzähligen Trieben für die Narbendichte.

Eine allgemein gültige und für alle Verwendungsmöglichkeiten zutreffende Definition für den Begriff "Rasen" ist bei der Vielfalt schwierig zu formulieren.
Der Botaniker würde den Rasen als eine Pflanzengesellschaft bezeichnen, die durch verschiedene Gräserarten gebildet wird.
Der Landschaftsarchitekt sieht im Rasen ein wichtiges gestalterisches Element bei der Garten- oder Parkanlage.
Der Sportler sieht im Rasen die Bühne bzw. den Sportbelag, auf der er seine Sportart ausüben und den Zuschauern präsentieren kann.
Der Gartenbesitzer betrachtet den Rasen als erweitertes Wohn- und Spielzimmer im Freien.

 

Rasen-Definition:

„Eine mehr oder weniger gleichmäßige Bodenbedeckung die sich überwiegend aus Rasengräsern zusammensetzt und den regelmäßigen Schnitt sowie die häufige Belastung durch Spiel, Sport und Befahrung überdauert, nennt man Rasen! Die Gesamtheit der Gräser mit ihren unterirdischen Pflanzenteilen, wie Wurzeln und Ausläufern, bildet zusammen mit dem Boden bzw. dem Bodenleben das Rasensystem! Rasen wird nicht landwirtschaftlich genutzt“.

 

Was kann ein Rasen?

Neben diesen individuellen Aspekten leistet ein Rasen aber noch viel mehr. Er ist ein Stück belebte Natur, die Insekten und Kleintieren Platz und Schutzraum bietet.
Besonders in Städten sorgen Rasenflächen in der Sommerhitze für eine fühlbare Abkühlung, da durch Evapotranspiration Wasser aus dem Rasensystem verdunstet und die Luft abkühlt und befeuchtet. Rasen speichert darüber hinaus das Regenwasser und gibt es langsam an den Boden oder an die Atmosphäre wieder ab.

Zusätzlich reinigen die Gräser die Luft, da sie Staub und Kohlendioxid aus der Luft herausfiltern und binden. Im Gegenzug produzieren ca. 250 m² intakter Rasen genug Sauerstoff für eine vierköpfige Familie.
Nach Bauarbeiten in der Landschaft sichern Gräser als Pionierpflanzen den Boden und schützen ihn dauerhaft vor Erosion durch Wind und Wasser.

Eine Rasenfläche gehört zu einem Garten genauso wie Blumenbeete, Sträucher und Bäume. Reine Zierrasenflächen oder Kräuterrasen bilden in unserer Zeit die Ausnahme. Der Rasen muss nutzbar sein, das heißt er sollte belastbar sein. Dabei dürfen die Rasengräser keinen Schaden erleiden. Ohne die richtigen Pflegemaßnahmen ist jedoch keine Rasenfläche dauerhaft zu erhalten.

Bei großen Gärten ist es sinnvoll, neben einer gepflegten, nutzbaren Rasenfläche die Randbereiche als Blumenwiese anzulegen. Diese bildet einen schönen Übergang des kurz geschnittenen Rasens zu Hecken, Sträuchern und Bäumen. Zusätzlich spart diese Gestaltungsmethode Pflegearbeit und Kosten.
Eine Vegetationsgesellschaft aus Rasengräsern, auch Rasennarbe genannt, erfüllt die Erwartungen an einen Hausrasen ebenso wie an einen Parkrasen oder an eine Liegewiese. Die Rasennarbe liefert aber auch den Spielbelag für einen Sportrasen oder bietet den idealen Abschluss beim s.g. Straßenbegleitgrün.
Ein Rasen besteht aus einer Komposition zahlreicher grüner Einzelgräser, die nicht nur kühl und erfrischend aussehen, sondern die tatsächlich das Mikroklima durch Fotosyntheseleistung nachhaltig verbessern und einen frischen Duft verbreiten!
Dabei wird Kohlendioxid verbraucht und Sauerstoff an die Umwelt abgegeben.

Ein grüner, vitaler Rasen wirkt entspannend und fördert den Erholungswert.

 

Rasengräser bieten vielfältige Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten

Frische, grüne Rasenflächen dienen den Kindern als Spielplatz, auf dem sie toben und fallen können. Der natürliche, elastische Rasen bietet den Sportlern den idealen Belag zur Ausübung eines engagierten Wettstreites, bei dem der direkte Kontakt mit der Rasenoberfläche durchaus in Kauf genommen wird, ohne Verletzungen befürchten zu müssen.
Rasen ist nicht einfach ein Baustoff, sondern eine lebende Kultur, die zahlreiche vegetationstechnische Leistungen erbringt, dafür aber auch Pflege erwartet!
Rasen produziert ein beruhigendes Umfeld, das sich in erheblichem Maße positiv auf die Lebensqualität der Menschen auswirkt.

 

Rasentypen mit unterschiedlichen Leistungseigenschaften

Bei der Verwendung von Rasengräsern lassen sich vielfältige Funktionen nutzen.
Damit geeignete Mischungen eingesetzt werden, müssen die unterschiedlichen Gräserleistungen bei der Zusammensetzung der Mischungen berücksichtigt werden.

Rasenflächen mit unterschiedlichen Leistungseigenschaften.

Eine dichte Rasennarbe aus den Gräsern Lolium perenne und Poa pratensis sorgt beispielsweise für den strapazierbaren Spielbelag eines Sportrasens. Entsprechende Anteile von Festuca rubra und Festuca trachyphylla liefern die Basis für eine extensive Rough-Fläche auf dem Golfplatz.

 

Einteilung der Rasentypen nach Bundessortenamt

Bei der Nutzung von Rasenflächen werden unterschiedliche Anforderungen an die Gräser gestellt. Hieraus leiten sich verschiedene Rasentypen für vielfältige Anwendungsbereiche ab.
Bei der Prüfung neuer Sorten berücksichtigt das Bundessortenamt (BSA) den jeweiligen Rasentyp (s. Tabelle).

 

Rasentyp Anwendungsbereich Eigenschaften Pflegeansprüche
Zierrasen Repräsentationsgrün, Hausgärten Belatbarkeit gering, dichte, teppichartige Narbe aus feinblättrigen Gräsern hoch bis sehr hoch
Gebrauchsrasen öffentliches Grün, Wohnsiedlungen, Hausgärten u.a. Belatbarkeit mittel, widerstandsfähig gegen Trockenheit mittel bis hoch
Strapazierrasen Sportplätze, Spielplätze, Liegewiesen, Parkplätze Belatbarkeit hoch (ganzjährig) gering bis hoch
Tiefschnittrasen Golfgrün Tiefschnitttoleranz hoch sehr hoch
Landschaftsrasen freie Landschaft, Randzonen an Verkehrswegen, Rekultivierungsflächen hoher Errosionsschutz, widerstandfähig gegen Trockenheit gering

Tab.: Einteilung verschiedener Rasentypen für entsprechende Anwendungsbereiche nach Bundessortenamt

 

© Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG)