DRG-Meldungen

Aktuelle Meldungen der Deutschen Rasengesellschaft e.V.

Trockenheitstolerante Mischungen zur Wiederbelebung des braunen Rasens

Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V.

 

Nach den Trocken- und Hitzeschäden aus dem August, heißt es jetzt, die richtige Rasenmischung für eine notwendige Nachsaat zu wählen. Damit der Rasen zukünftig besser bei den zu erwartenden Temperaturschwankungen überdauern kann, sollte man jetzt über eine klimaresiliente Mischung nachdenken. Der Begriff „Trockenrasen“ wird derzeit im Internet für zahlreiche Mischungs-Varianten genutzt und mit lukrativen Angeboten beworben. Nicht immer sind die vorgeschriebenen Deklarationsangaben für die Zusammensetzung der Mischung zu erkennen und oft fehlen die notwendigen Qualitätskriterien, die es zu beachten gilt.

 

Parzellen zur Trockenheitstoleranz geeigneter Mischungen bei der KORA-Versuchsanlage der Hochschule Osnabrück.
Abb. 1: Parzellen zur Trockenheitstoleranz geeigneter Mischungen bei der KORA-Versuchsanlage der Hochschule Osnabrück. (Foto: K.G. Müller-Beck)

Welche Arten sollte eine gute Mischung enthalten? 

Die Deutsche Rasengesellschaft e.V. bietet auf ihrer Website fundierte Informationen zur Auswahl der richtigen Mischung mit geeigneten Arten für trockene Standorte. Die Mischung „Berliner Tiergarten“ zählt jedoch nicht zu den Empfehlungen,  wenn beim Rasen Qualität gewünscht wird.

Beim Trockenrasen sollte man zunächst aufgrund der geplanten Nutzung zwischen einem extensiven Landschaftsrasen und einem strapazierfähigen Gebrauchsrasen unterscheiden. Für die richtige Wahl bietet die FLL-Broschüre „RSM Rasen 2026“ eine gute Grundlage. Unter Leitung der Deutschen Rasengesellschaft werden hier bewährte Mischungsvarianten für die jeweiligen Anwendungsbereiche zusammengestellt.

  • Für einen extensiven Landschaftsrasen bietet sich der RSM-Typ 7.2.1, Landschaftsrasen – Trockenrasen ohne Kräuter, bzw. der RSM-Typ 7.2.2 mit Kräutern an. Hier sind zahlreiche Arten enthalten, die sich dem Standort anpassen können.

 

Rasenmischung RSM-Typ 7.2.1, Landschaftsrasen – Trockenrasen ohne Kräuter.
Tab. 1: Rasenmischung RSM-Typ 7.2.1, Landschaftsrasen – Trockenrasen ohne Kräuter. (Quelle: FLL, 2026.)

Ausgewählte Angebote in den Fach-Foren

Der RSM Rasen Typ 7.2.2, Landschaftsrasen -Trockenlagen mit Kräutern, enthält auf der gleichen Gräserbasis eine Beimischung von 3,1 Gewichts.-% von Kräutern und Leguminosen zu Lasten von Festuca trachyphylla oder Festuca ovina.

  • Für einen hitze- und trockenheitstoleranten Gebrauchsrasen stehen zwei unterschiedliche Varianten zur Verfügung. Unter dem Begriff „Mediterran-Rasen“
    wird der RSM-Typ 2.2, Variante 2 angeboten. Dabei sollte als zentrale Art  Festuca arundinacea (Rohrschwingel) mit einem Mindestanteil von 70 Gew.-% enthalten sein.

  • In der Variante1 wird die Mischung maßgeblich von den feinblättrigen Schwingelarten (Festuca ovina – Schafschwingel; Festuca trachyphylla – Raublättriger Schafschwingel;  Festuca rubra commutata – Horstrotschwingel; Festuca rubra trichophylla – Rotschwingel mit kurzen Ausläufern und Festuca rubra rubra – Ausläuferrotschwingel geprägt

 

Rasenmischung RSM-Typ 2.2, Varianten 1 +2 Rasen 2.2, Gebrauchsrasen – Trockenlagen.
Tab. 2: Rasenmischung RSM-Typ 2.2, Varianten 1 +2 Rasen 2.2, Gebrauchsrasen – Trockenlagen. (Quelle: FLL, 2026.)

Aktuelle Beispiele für Trockenrasen aus dem Markt

Trockenrasen-Mischung aus dem Garten Center mit Etikett.
Abb. 2a+b: Trockenrasen-Mischung aus dem Garten Center mit Etikett. (Foto: K.G. Müller-Beck)
Trockenrasen-Mischung aus dem Baumarkt mit Etikett.
Abb. 3a+b: Trockenrasen-Mischung aus dem Baumarkt mit Etikett. (Foto: K.G. Müller-Beck)

Trends und Entwicklungen

Bei den starken Auswirkungen des Klimawandels werden derzeit neben der züchterischen Bearbeitung auch weitere Arten für die Rasennutzung unter Hitze und Trockenheitsbedingungen getestet.

 

Aktuelle Beispiele für Trockenrasen aus dem Markt (Kopie)

Versuchsanlage (KORA) zur Prüfung geeigneter Mischungen für Hitze- und Trockenheitsbedingen. (Vorne li. Variante mit Mikroklee+ Schafgarbe, re. Bermudagrass, hinten re. Gebrauchsrasen 2.3).
Abb. 4: Versuchsanlage (KORA) zur Prüfung geeigneter Mischungen für Hitze- und Trockenheitsbedingen. (Vorne li. Variante mit Mikroklee+ Schafgarbe, re. Bermudagrass, hinten re. Gebrauchsrasen 2.3) (Foto: K.G. Müller-Beck)

So läuft an der Hochschule Osnabrück das Projekt „Nachhaltige Nutzung urbaner Rasenflächen im Klimawandel (NNuRKlima). Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Vor- und Nachteile bestimmter Mischungen zu analysieren und zu bewerten, um daraus nachhaltige Pflegemanagementansätze für urbane Rasenflächen zu entwickeln. Dabei sollen unter Berücksichtigung des Klimawandels auch soziale und ökologische Qualitäten berücksichtigt werden.

Im Markt werden in verstärktem Umfang Mischungen mit kleinblättrigem Weißklee (Trifolium repens) als „Mikroklee-Rasenmischung“ angeboten, die sich auch zur Nachsaat  von hitzegeschädigten Rasenflächen eignen.
Ein Vorteil von Mikroklee im Rasensystem liegt in seiner vergleichsweise hohen Trockentoleranz. Während klassische Rasengräser in Trockenphasen häufig schnell Stresssymptome zeigen und in ihrem Wachstum stark eingeschränkt werden, verfügt Mikroklee über ein tiefgründigeres Wurzelsystem und eine effizientere Wassernutzung. Dadurch bleibt er länger vital und grün, auch unter reduzierten Niederschlagsbedingungen. In Rasenmischungen trägt Mikroklee somit nicht nur zur Stabilität der Bestände bei, sondern erhöht auch die Beständigkeit des Rasens zur Klimaanpassung bei zunehmenden Hitze- und Trockenperioden (BLECHER,2026).

Ziel aller Mischungsvarianten ist es, den klimaresilienten Rasen unter Berücksichtigung der ökologischen Herausforderungen zu entwickeln, dabei stehen Wasserverbrauch, Wurzelentwicklung und Regenerationsfähigkeit im Fokus.

 

Quellenhinweise:

 

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