Field Days Osnabrück 2026: Wo Rasenforschung, Praxis und internationale Kompetenz zusammenkommen
Quelle: KORA
Bearbeitung: Dr. Klaus Müller-Beck, Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V.
Die Field Days Osnabrück 2026 haben sich zu einem besonderen Forum für den Wissenstransfer im Rasenbereich positioniert. In der Hochschule Osnabrück sowie auf dem Gelände des Rasenkompetenzzentrums KORA trafen am 18. und 19. August aktuelle Forschungsansätze auf die Anforderungen der Praxis. Gemeinsam mit Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis sowie Verbänden, Organisationen und Unternehmen wurden die jüngsten Forschungsergebnisse diskutiert.
Besonders wertvoll war dabei die nationale und internationale Vernetzung. Die Kooperation mit Fachverbänden wie GVD und Sterf sowie Forschungseinrichtungen wie KORA und NIBIO boten neue Perspektiven und brachten Erfahrungen aus unterschiedlichen Rasenmärkten zusammen. Hier wurde eine neue Plattform für den Austausch über innovative Lösungen für die Rasenpflege von morgen gegründet.
Als Förderer der Forschungseinrichtung KORA unterstütz die Deutsche Rasengesellschaft e.V. diese Initiative zur Stärkung des Wissenstransfers für faktenbasierte Ergebnisse in der Rasenforschung.
Der Berichterstatter war hoch erfreut über das Programm-Angebot und die Professionalität des Teams KORA bei der Organisation dieser Veranstaltung.
Wer nicht an der Tagung teilgenommen hat , verpasste eine Möglichkeit zum Update
bei der professionellen Rasenpflege auf höchstem Niveau.
Erweiterung der Perspektive und Ideenaustausch
Der erste Tag war komplett der Exkursion mit den Präsentationen auf den Freiflächen beim Osnabrücker Golfclub e.V., im Stadion des VFL Osnabrück Bremer Brücke und der kompletten KORA-Rasenversuchsfläche in Wallenhorst vorbehalten.
1. Station: Osnabrücker-Golfclub e.V.
In dem neuen Dollar-Spot-Projekt von 2026 bis 2028, „Integrating alternative strategies to improve the sustainable management of dollar spot“, übernimmt die Hochschule Osnabrück die Untersuchungen zur Wirkung der Kombination von UV C-Belichtung + den Einsatz von biologischen Produkten. Die technische Ausstattung der Belichtungseinheit wurde von der Firma Rhenac zur Verfügung gestellt. Die ersten Versuchsreihen mit einem SGL-Gerät hatten gezeigt, dass UV C-Behandlung von Rasenflächen grundsätzlich funktionieren kann.
2. Station: Stadion an der Bremer Brücke, VFL Osnabrück
Aktueller Zustand des Rasens
Der Rasen ist aktuell grundsätzlich bespielbar und zweitligatauglich, aber offenbar nicht als dauerhaft optimaler Hochleistungsrasen einzustufen, da die Wasserdurchlässigkeit und die Narbenzusammensetzung nicht optimal sind, wie Marius Schulze, von der Pflegefirma Sommerfeld, berichtete.
Aus der Historie und den gezeigten Bodenbildern des Platzes ging hervor, dass Verdichtungen in Verbindung mit organischer Substanz und Bodenfeuchte zu Black-Layer-Bildung geführt haben. Eine geeignete Aufbereitung des Bodens und die Verlegung einer Wiesenrispen-dominaten Dicksode sind für die Länderspielpause vorgesehen.
Unter den derzeitigen Bedingungen sind zusätzliche Belastungen des Rasens durch Trainingseinheiten der 1. Mannschaft eher kontraproduktiv bezüglich der angestrebten Platzqualität. Dies gilt besonders im Hinblick auf das Ranking im Rahmen des regelmäßigen DFL-Qualitätsmanagements.
3. Station: KORA-Versuchsfläche Wallenhorst
- In dem Projekt „NNuRKlima - Nachhaltige Nutzung urbaner Rasenflächen im Klimawandel“, zeigte Daniel Hunt seine Versuchsanlage mit einer Variante von „Bermudagrass“. Ziel des Forschungsprojektes ist es, Vor- und Nachteile von städtischen Rasenflächen zu analysieren und zu bewerten, um daraus nachhaltige Pflegemanagementansätze für urbane Rasenflächen zu entwickeln. Dabei sollen unter Berücksichtigung des Klimawandels soziale und ökologische Qualitäten vereint werden.
- Mit der Versuchsanstellung des Projektes „FAIR-WATER WP3“ soll die Frage geklärt werden, ob der Einsatz von Wetting Agents in Kombination mit trockenheitstoleranten Saatgutmischungen die Performance von Golf-Spielbahnen (Fairways) auf sandigen Standorten verbessern können. Die Bedingungen und Auswirkungen wurden in diesem Sommer besonders augenfällig. Man darf auf die Ergebnisse gespannt sein.
Das Ziel dieser aufwendigen Versuchsreihe „ReMoCut - REEL MOWER CUTTING QUALITY“ liegt in der Entwicklung einer verbesserten Schnitttechnik im Vergleich zu den herkömmlichen Spindel- und Sichelmähwerken, um das Schnittbild zu optimieren und die Krankheitsanfälligkeit zu minimieren. In der Variante „H2Mow“ werden unterschiedliche Messerklingen (scharf, mäßig, stumpf) beim Einsatz eines Mähroboters geprüft und durch eine hochempfindliche Mess-Methode ausgewertet.
Der erste Tag wurde mit einem gemütlichen Abend zum weiteren informellen Networking abgeschlossen.
Vorträge und Diskussion
Am zweiten Tag standen im Hörsaal des HR-Gebäudes die Vorträge und eine ausgiebige Diskussion im Fokus und im Interesse der Teilnehmer.
Eine Übersicht der behandelten Themen ist hier aufgeführt. Eine ausführliche Berichterstattung erfolgt in der Zeitschrift „Rasen / Greenkeepers Journal“, Ausgabe 3-2026.
- Rasenschnittqualität - Auswirkungen auf Pflanze und Ressourcenverbrauch.
- Künstliche Intelligenz in der Rasenforschung - KI als besserer Experte?
- Mähroboter im Praxiseinsatz – Erfahrungsberichte aus der Praxis.
Das Programm finden Sie unter folgendem Download:
www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/HSOS/Homepages/Kompetenzzentrum-Rasen/pdf/Field-Day_Einladung.pdf
Die Forschungsthemen zeugen von einer innovativen und für die Gesellschaft relevanten Ausrichtung. So stehen der Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf den Rasen insbesondere beim Ressourcenverbrauch ebenso im Fokus, wie die Bedeutung der Sensortechnik zur Erfassung von Daten im Hinblick auf KI-gestützte Pflegemodelle.
Fazit
Die Field Days Osnabrück 2026 zeigen beispielhaft, wie moderner Wissenstransfer funktionieren kann: Forschung wird erlebbar, Praxis wird zum Impulsgeber und internationale Netzwerke werden zu einem Motor für Innovation.