RASENTHEMEN SEIT 1999

Rasenthema: Mai 2003

Autor: © Dr. Harald Nonn, WOLF-Garten Betzdorf

 

Hexenringe im Rasen

Hexenringe können sich in Rasenflächen in vielfältigen Formen zeigen. Ursache hierfür sind die verschiedenen Erreger (z.B. Marasmius oreades), die die Symptome von Hexenringen hervorrufen. Allen gemeinsam ist, dass das Pilzmyzel sich im Boden ringförmig ausbreitet und die typischen Ringe hinterlässt. Besonders befallen werden ältere Rasenflächen, die an der Oberfläche verfilzt sind. In und von diesem Filz leben die Hexenringpilze und warten dort auf günstige Bedingungen zur Ausbreitung.

 

Die Symptome:

Es gibt auf Rasenflächen drei verschiedene Erscheinungsbilder von Hexenringen:

  • Typ 1
    verursacht teilweise schwere Schäden an den Gräsern.
    Hierbei stirbt der Rasen zwischen zwei fast parallel
    verlaufenden, dunkelgrünen Ringen ab.

    Im Infektionsring stirbt der Rasen ab.
    Im Infektionsring stirbt der Rasen ab.
  • Typ 2
    zeigt seine Präsenz durch einen dunkelgrünen Ring,
    in dem die Gräser auch stärker wachsen. Bei feuchter
    Witterung bilden sich im Ring häufig Fruchtkörper.

    Mit der typischen ringförmigen Fruchtkörperbildung
    Mit der typischen ringförmigen Fruchtkörperbildung
  • Typ 3
    verursacht besonders im Sommer/Herbst über die gesamte
    Rasenfläche ungleichmäßig verteilte Fruchtkörper (Pilzhüte),
    ohne dass die typischen Ringe entstehen Durch Abmähen
    oder bei Trockenheit verschwinden die Fruchtkörper wieder.

    Diffus verteilte Hutpilze auf dem Rasen
    Diffus verteilte Hutpilze auf dem Rasen

Bei allen Hexenringtypen findet man im Boden ein weißes Pilzmyzel, das einen typischen Pilzgeruch ausströmt und stark wasserabweisend ist. Häufig ist dieses Myzel auch für das Vertrocknen des Rasens verantwortlich.

 

Vorbeugung und Abhilfe:

Einen Schutz vor Hexenringen gibt es nicht. Jedoch lässt sich durch eine gute Rasenpflege das Entstehen oder die Ausbreitung der Schäden stark reduzieren.
Besonderes Augenmerk ist auf die Filzbekämpfung zu legen, da der Filz das ideale Nährmedium für die Hexenringerreger darstellt. Vertikutieren, Aerifizieren und Besanden sind also angesagt. Der Einsatz von Fungiziden ist auf ein Minimum zu beschränken, da durch sie auch Pilze im Boden beseitigt werden, die von Natur aus gegen die Hexenringe vorgehen (Antagonisten).
Beim Auftreten von Trockenstellen oder Absterberscheinungen hilft fast immer das zusätzliche Bewässern der befallenen Stellen. Hierzu werden die Flächen intensiv gelöchert (Aerifizierer oder Grabegabel) und anschließend durchdringend befeuchtet. Dies geschieht am besten mit einem nur wenig geöffneten Wasserschlauch, so dass das Wasser langsam im Boden versickern kann und nicht oberflächlich abläuft. Um das Wasser etwas flüssiger zu machen und das Myzel schneller zu durchfeuchten, kann man ihm auch etwas Wetting Agent (Benetzungsmittel) hinzufügen.

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