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Rasenthema: Mai 2017

Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V.

Regelmäßiger Schnitt fördert Narbenbildung des Rasens

Eine wichtige Voraussetzung für die gute Rasenqualität ist die Festlegung der artgerechten Schnitthöhe.  Die Schnittverträglichkeit der jeweiligen Gräserarten ist unterschiedlich und sollte deshalb bei der Pflege der verschiedenen Rasentypen berücksichtigt werden. In der Übersichtstabelle sind optimale Schnitthöhen, sowie der Einsatz geeigneter Mähertypen zusammengestellt. Einen möglichen Tiefschnitt von 10 bis 20 mm vertragen die Straußgräser (Agrostis spec.) oder die Jährige Rispe (Poa annua) bzw. die Lägerrispe (Poa supina), siehe hierzu Tabelle 2 „Schnitthöhen Golfrasen“. Bei den übrigen Arten führt ein derartiges Schnittregime jedoch sehr schnell zur Lückigkeit und Ausfall des Rasens.

 

Rasentyp Optimale Schnitthöhe Durchschnittliche Schnitthäufigkeit* Besonderheiten

Gebrauchsrasen
(Hausrasen)

30-40 mm 1 Schnitt/Woche Zu kurzes Schneiden führt zur Einwanderung unerwünschter Gräser. Sichelmäher sind geeignet (Motor/Elektro/Roboter).

Strapazierrasen
(Sportrasen)

28-35 mm 2 Schnitt/Woche Zu tiefer Schnitt fördert die Einwanderung von Poa annua und verringert die Narbendichte. Sichelmäher mit Schnittgutaufnahme sowie Spindelmäher sind geeignet.

Zierrasen
(Repräsentationsrasen)

15-25 mm 2 Schnitt/Woche Verbesserung des Schnittbildes durch Einsatz eines Walzen- oder Spindelmähers
Kräuterrasen 60-100 mm 6-10 Schnitte/Jahr Wenige Schnitte zum Erhalt der Artenvielfalt, Einsatz eines Sichelmähers empfehlenswert.

Landschaftsrasen/Blumenwiese

 

Aussaatjahr: 1 Schnitt/Jahr

Folgejahre: 2 Schnitte/Jahr (vorzugsweise Juli und September)
Schnitt vorzugsweise mit dem Balkenmäher oder mit der Sense. Das Mähgut bleibt einige Tage zum Trocknen auf der Fläche liegen, damit auch die spät reifenden Samen noch ausfallen können. Anschließend wird das getrocknete Heu abgeräumt.

*in der Hauptwachstumszeit etwas häufiger, zum Ende der Vegetationsperiode etwas weniger

Tab.1: Optimale Schnitthöhen und Häufigkeit der Schnitte bei unterschiedlichen Rasentypen.

 

Tipp für den richtigen Mähzeitpunkt

Ein regelmäßiger Schnitt bei gleichbleibender Schnitthöhe sorgt bei der Entwicklung des Rasens für ein dynamisches Gleichgewicht  zwischen Gräserwurzeln und Trieben.  Zur Vermeidung von Stresssituationen hat sich beim Mähen die „Drittel-Regel“ bewährt, wobei zum Schnittzeitpunkt maximal ein Drittel des Aufwuchses entfernt wird. So erfolgt z.B. bei einer Rasenhöhe von 6 cm  der  Schnitt auf 4 cm. Kurz gemähte Rasenflächen müssen entsprechend häufiger geschnitten werden.
Bei etwas großzügiger Auslegung dieser Regel sollte niemals mehr als die Hälfte des Aufwuches in einem Arbeitsgang entfernt  werden. Dies bedeutet für eine Schnitthöhe von 4 cm, dass spätestens bei einer Rasenhöhe von 8 cm gemäht werden muss!

Die verschieden Teilflächen eines Golfplatzes werden gemäß den Anforderungen  des Spielbetriebes auf angemessene Schnitthöhen gemäht. Bei der Auswahl der Gräser werden tiefschnittverträgliche Arten und Sorten bevorzugt eingesetzt (s. RSM-Typen Golfrasen).

 

Platzelement/ Teilfläche Schnitthöhe Schnitthäufigkeit

Grün

3-5 mm

5 - 7 mal /Woche

Abschlag / Vorgrün

10-18 mm

3 - 4 mal /Woche

Spielbahn / Fairway

10-20 mm

2 - 4 mal /Woche

Semi-Rough 30-50 mm

1 - 3 mal /Woche

gemähtes Rough 60-100 mm

1 - 4 mal /Monat

Hard-Rough

60-80 mm

1 - 3 mal /Jahr

Tab.2: Fachgerechte Schnitthöhen für unterschiedliche Teilflächen des Golfrasens.


 

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