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Rasenthema: Februar 2014

Autor: © Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft e.V.

Wie startet die Rasenpflege im Frühjahr?

In vielen Teilen Deutschlands hat sich in diesem Jahr der Winter bisher eher von der milden Seite gezeigt. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Vegetationsentwicklung der Pflanzen im Garten; denn der Austrieb wird durch Lichtreize und eine positive Temperaturentwicklung gesteuert. Rasenbesitzer beobachten inzwischen den ersten Zuwachs bei den rasch wüchsigen Gräserarten wie dem Deutschen Weidelgras und fragen nach dem ersten Schnitt.

Phänologische Daten beachten

Der meteorologische Kalender bestimmt den Frühlingsanfang für den 20. März aufgrund des Sonnenstandes. Unabhängig davon deuten bestimmte Zeigerpflanzen mit ihrer Blüte auf die aktuelle Vegetationsentwicklung hin. So wird im phänologischen Kalender der Vorfrühling durch das Schneeglöckchen und die Haselnussblüte definiert. Mit der Blüte der Forsythie beginnt dann der Erstfrühling.

Winterflecken
In den Fällen, bei denen der Rasen im Winter durch starke Schneelast oder durch Winterkrankheiten gelitten hat und abgestorben bzw. „verklebt“ erscheint, kann als erste Maßnahme eine leichte Behandlung mit dem Laubrechen oder einem Straßenbesen vorgenommen werden, damit die Winterreste entfernt werden und verklebte Rasenteile gelöst werden.

Kalkung
Auch wenn an der Rasenoberfläche eher wenig zu erkennen ist, so setzt bei den Gräsern zu dieser Zeit jedoch die erste Wurzelaktivität ein. Eine frühzeitige Kalkung des Rasens zur Anhebung eines niedrigen pH-Wertes (nach Bodenanalyse < pH 5,5), ist jetzt sehr nützlich.
Besonders geeignet sind kohlensaure Kalke in einer Aufwandmenge von ca. 150 g/m².

Schnitt
Bei den anhaltend milden Temperaturen wäre das erste Rasenmähen zum Ausklang des Erstfrühlings durchaus sinnvoll. Mit diesem Säuberungsschnitt werden vor allem die Spitzen der vorwachsenden Grasart Deutsches Weidelgras gestutzt. Dabei ist es zweckmäßig, den Rasenmäher auf eine Schnitthöhe von 3,5 bis 4 Zentimetern einzustellen. Auch Reste von Blättern und Verunreinigungen werden somit entfernt. Nach diesem ersten Frühjahrsputz erscheint die Rasenfläche dann wieder gleichmäßig.

Düngung
Verschiedene Untersuchungen und Beobachtungen haben gezeigt, dass die Rasengräser bereits in einem sehr frühen Vegetationsstadium auf eine Düngung reagieren. So ist eine zeitige Frühjahrsdüngung im Zeitraum des Vor- und Erstfrühlings (Forsythienblüte) durchaus wirkungsvoll, da die Wurzeln die Nährstoffe aktiv aufnehmen. Zu diesem Zeitpunkt sollten etwa 5 -6 g Rein-N/m² appliziert werden. Für die Praxis bedeutet das eine Düngermenge von 20 bis 30 g/m² eines stickstoffbetonten Rasendüngers. Sofern der Rasen zuvor gekalkt wurde, sollte bis zur Düngung ein Abstand von ca. vier Wochen eingehalten werden.

Vertikutieren
Eine Bearbeitung mit dem Vertikutierer (Handbetrieb, Motor- oder Elektroantrieb) bedeutet für die Gräser einen massiven Eingriff in die Pflanzenentwicklung; denn es werden durch den senkrechten Schnitt eine Reihe von Blatt- und Stängelteile abgetrennt und entfernt. Durch diesen mechanischen Reiz werden andererseits  die Gräser dazu angeregt, neue Triebe und Blätter zu bilden, diesen Vorgang nennt man Bestockung.
Die somit angeregte Bildung von neuen Seitentrieben gelingt allerdings nur bei entsprechenden Wachstumsbedingungen mit der nötigen Temperatur und einer ausreichenden Nährstoffversorgung. Mit dem Vertikutieren sollte deshalb in jedem Falle bis zum Erstfrühling gewartet werden. Noch sicherer wird diese Arbeit im Vollfrühling (Apfelblüte). Prinzipiell empfiehlt es sich aus fachlicher Sicht, etwa zehn Tage vor dem Vertikutieren eine Düngung auszubringen.  Die Gräser sind jetzt stimuliert und gestärkt, Seitentriebe zu bilden und können sich somit rasch bestocken, sodass die „Schäden“ nach dem Vertikutieren  schneller verheilen.
Eine Düngung direkt nach dem Vertikutieren auf die gestressten Gräser ist weitaus weniger wirksam und nicht empfehlenswert. Je früher eine Startdüngung ausgebracht werden kann (abhängig vom Witterungsverlauf) desto zeitiger kann mit dem Vertikutieren begonnen werden.

Lücken
Zur Ausbesserung kleinerer Kahlstellen wird die Nachsaat mit einer geeigneten Rasenmischung (Spiel+ Gebrauchsrasen Typ RSM 2.3 oder Nachsaatmischung Typ 3.2) erforderlich. Die Saat wird mit dem Rechen in den obersten Zentimeter des Rasenbodens eingearbeitet. Die Reparaturstelle wird anschließend durch Antreten verfestigt und bis zur Keimung regelmäßig feucht gehalten. Spezielle Reparatur-Mischungen, wie „Rasenpflaster“ oder „Rasen Pad“, erleichtern die Anwendung und Dosierung. Für die Keimung sind Bodentemperaturen von 8 -10 °C erforderlich, sodass mit dieser Maßnahme in jedem Falle bis zum Vorfrühling/Vollfrühling gewartet werden sollte!

Damit abgestorbene Stellen im Rasen direkt geschlossen werden, bietet sich der Austausch mit Rasensoden (Fertigrasen) oder Rasenziegeln an.

 

Sportrasen im Januar mit ansprechender Narbendichte. Für den Spielbetrieb kann auch im Winter bei offenen Bedingungen ein Rasenschnitt erforderlich werden.
Sportrasen im Januar mit ansprechender Narbendichte. Für den Spielbetrieb kann auch im Winter bei offenen Bedingungen ein Rasenschnitt erforderlich werden.

Der Start in die Rasensaison sollte in jedem Falle behutsam und überlegt erfolgen.

 

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