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Rasenthema: September 2012

Autor: © Dr. Harald Nonn, Rasenforschung EUROGREEN

Was ist besser für die Rasenanalage: Frühjahrs- oder Herbstsaat?

Frühjahrssaat

In der Praxis werden die meisten Aussaaten im Frühjahr vorgenommen. Dann aber häufig auch noch zu früh, denn Rasensaatgut keimt erst ab einer Bodentemperatur von mindestens 10 °C optimal. Diese Temperatur wird im Boden meist erst Anfang bis Mitte Mai erreicht. Oft gibt es in diesem Zeitraum auch schon ausgeprägte Hitze- und Trockenperioden. Sie erschweren das ständige und vor allem ausreichende Feuchthalten des Keimbettes. Der Erfolg ist oft bescheiden und es entwickelt sich kein gleichmäßig dichter Rasen.

Das Ergebnis einer zu frühen Frühjahrseinsaat einer Rasenfläche

 

 

 

Abb. 1:
Das Ergebnis einer zu frühen Frühjahrseinsaat einer Rasenfläche: Lücken und Unkraut. (Foto: Dr. H. Nonn)

 

Herbstsaat

Dabei kann diese Problematik einfach umgangen werden, indem man im Spätsommer bzw. frühen Herbst die Neueinsaat oder die Nachsaat der bestehenden Rasenfläche durchführt. Dann hat der Boden die Wärme des Sommers gespeichert und der Keimvorgang kann optimal ablaufen. Extreme und andauernde Hitze ist auch nicht mehr zu erwarten und die häufigeren Niederschläge erleichtern das Feuchthalten des Keimbettes. Apropos Feuchthalten. Hier sind zwei Dinge entscheidend:

  1. Das Keimbett darf nach beginnender Keimung nicht mehr austrocknen. Dies bedeutet, dass bei fehlenden natürlichen Niederschlägen mehrmals täglich für jeweils fünf bis zehn Minuten beregnet werden muss. Feine Wassertropfen sind ideal, zu große Wassertropfen verursachen schnell Abschwemmungen und verschlämmen die Oberfläche.
  2. Die in einer Mischung enthaltenen Rasengräser haben Keimzeiten zwischen ein und drei Wochen. Damit die langsam keimenden Gräser (z.B. die Wiesenrispe, Poa pratensis) auch das Licht der Welt erblicken, muss die Wasserversorgung über mindestens drei Wochen sichergestellt sein. Andernfalls fehlen dem Rasen für seine Funktion und sein optisches Erscheinungsbild wichtige Gräser.

Ein weiterer Vorteil der Herbstsaat ist der gegenüber dem Frühjahr deutlich reduzierte Unkrautdruck. Von Natur aus keimen die im Boden befindlichen Unkrautsamen im Herbst nicht mehr oder nur noch in sehr geringem Umfang. Die Gräser können sich somit ohne diese Konkurrenz entwickeln und noch vor Winter einen schönen Rasen bilden.
Bei einer neu anzulegenden Rasenfläche kann man die Sommermonate zur Bodenvorbereitung und Bodenverbesserung z.B. durch eine Gründüngung nutzen. Zudem können auflaufende Unkräuter mechanisch mittels Schuffel oder Hacke bekämpft werden.

Unbegründet ist auch die Angst, dass eventuell auftretende Frühfröste dem Saatgut schaden. In aller Regel überleben die Keimlinge die Minusgrade problemlos die Entwicklung wird lediglich verlangsamt.

Saatgutausbringung

Bei der Neueinsaat erfolgt die gleichmäßige Verteilung des Saatgutes am besten mit einem Streuwagen. Er garantiert die richtige Saatmenge und verhindert Über- oder Unterdosierungen. Das Ausbessern von Lücken erfolgt am einfachsten durch eine Nachsaat per Hand. Eine dünne Schicht Rasenerde oder ein Boden/Sandgemisch deckt das Saatgut ab und erleichtert das Feuchthalten.

 

Mit dem Streuwagen lässt sich die Saatmenge exakt dosieren.

 

 

 

Abb. 2:
Mit dem Streuwagen lässt sich die Saatmenge exakt dosieren. (Foto: Dr. H. Nonn)

Lücken werden per Hand mit einem Saatgut-/Rasenerdegmisch nachgesät.

 

 

 

Abb. 3:
Lücken werden per Hand mit einem Saatgut-/Rasenerdegmisch nachgesät. (Foto: Dr. H. Nonn)

Der Ergebnis einer Herbsteinsaat: Dichter und unkrautfreier Rasen.

 

 

 

Abb. 4:
Der Ergebnis einer Herbsteinsaat: Dichter und unkrautfreier Rasen. (Foto: Dr. H. Nonn)

 

Als Ergebnis bleibt festzuhalten: Die Herbstsaat bietet deutliche Vorteile und belohnt mit einer qualitativ besseren Rasenfläche.

 

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