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Rasenthema: Februar 2011

Autor: © Dr. agr. Harald Nonn, Rasenforschung EUROGREEN

Regel-Saatgut-Mischungen Rasen RSM 2011

Seit Dezember 2010 ist die aktualisierte Ausgabe der Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) verfügbar. Dieses seit über 30 Jahren jährlich erscheinende Regelwerk der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e.V. (FLL) stellt eine wertvolle Hilfe bei der Auswahl geeigneter Begrünungsmischungen, mit Schwerpunkt Rasenansaaten, dar.

Die von einem Fachgremium unter Mitarbeit der Deutschen Rasengesellschaft erstellten Mischungsvorschläge bieten den ausschreibenden Stellen sowie den Verwendern von Rasenmischungen die anerkannten Regeln der Technik hinsichtlich der zweckmäßigen Mischungspartner. Durch die Verankerung der RSM in verschiedenen Normen und Regelwerken ist durch die jährliche Überarbeitung ein schneller Eingang der Änderungen in die Praxis gewährleistet.

Änderungen

Die aktuelle Ausgabe enthält neben der aktualisierten Sorten- und Eignungsübersicht gegenüber der vorherigen Ausgabe folgende, wesentliche Ergänzungen/Änderungen:

  • Zuordnung der Regel-Saatgut-Mischungen nach den Rasentypen gemäß DIN 18917.
  • Streichung der Anwendungshinweise zum STLB-Bau.
  • Streichung der Übersicht zu Neubenennung von Pflanzen auf Rasenflächen.
  • Berücksichtigung neuer botanischer Namen wie z.B. Festuca trachyphylla = Raublättriger Schwingel (ehemals Festuca ovina duriuscula = Härtlicher Schwingel).

Mischungen

Das Kernstück der RSM 2011 bildet wie immer das Kapitel III „Mischungen“. Hier werden die prozentualen Regelwerte der Artenzusammensetzung in einer Mischung vorgegeben. Ein Beispiel ist in Übersicht 1 grafisch dargestellt. Mögliche Spielräume um diesen Regelwert erlauben eine Anpassung an die Saatgutverfügbarkeit oder spezielle Anforderungen, ohne dass die Vorgaben der RSM verlassen werden.

 

RSM 2.3 Gebrauchtrasen

Übersicht 1: Artenzusammensetzung einer Gebrauchsrasenmischung nach RSM 2.3 für schattige Lagen (Grafik: Dr. Nonn)

Sorten und Verfügbarkeit

Neben den Mischungsvorschlägen enthält die RSM 2011 zudem eine aktuelle Übersicht der zurzeit 406 in der Bundesrepublik Deutschland vom Bundessortenamt für die Rasennutzung geprüften Gräsersorten (Übersicht 2). Hiervon aktuell verfügbar sind 299 Sorten (Übersicht 3). Dies entspricht 74 % der geprüften Sorten.

RSM Rasen 2011 aufgeführte Gräserarten und Anzahl der geprüften Sorten

Übersicht 2: In der RSM Rasen 2011 aufgeführte Gräserarten und Anzahl der geprüften Sorten je Art (Grafik: Dr. Nonn)

Anzahl der in der RSM Rasen 2011 als verfügbar aufgeführten Sorten je Art

Übersicht 3: Anzahl der in der RSM Rasen 2011 als verfügbar aufgeführten Sorten je Art (Grafik: Dr. Nonn)

Außerdem zeigt die RSM-Broschüre tabellarisch die Eignung der Sorten für die vier unterschiedlichen Rasentypen Zierrasen, Gebrauchsrasen, Strapazierrasen und Landschaftsrasen in einem Notenspektrum von 1 bis 9. Anhand dieser Tabelle können sowohl die Hersteller von Mischungen als auch die Verwender die Konformität mit den Vorgaben der RSM überprüfen.

Für Gebrauchs- und Strapazierrasen sind bis auf Festuca rubra rubra genügend Sorten mit guter (8) bis sehr guter Eignung (9) verfügbar. Für den Rasentyp Strapazierrasen sind 111 Sorten (80%) von Lolium perenne in diese Spitzenklasse eingestuft. Bei Poa pratensis liegt der Anteil im Strapazierrasen mit 11 Sorten (18 %) deutlich niedriger (Übersichten 4 und 5).

Übersicht 4: Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung (BSA-Benotung 8 und 9) für Strapazierrasen im Vergleich zu der Gesamtzahl der Sorten (Grafik: Dr. Nonn)

Gebrauchsrasen

Übersicht 5: Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung (BSA-Benotung 8 und 9) für Gebrauchsrasen im Vergleich zu der Gesamtzahl der Sorten (Grafik: Dr. Nonn)

Fazit

Der hohe züchterische Aufwand sowie die besonderen Produktionsbedingungen machen Rasensaatgut zu einem wertvollen Naturprodukt mit hohem Leistungspotenzial. Hochwertiges Rasensaatgut muss daher einen entsprechenden Preis haben, damit die Fortsetzung der Gräserzüchtung und die offizielle Rasenprüfung gewährleistet sind.

Gute Rasenmischungen folgen entweder den Vorgaben der Regel-Saatgutmischungen (RSM) oder sind das Ergebnis langjähriger Forschungsarbeiten namhafter Saatgutanbieter. Solche Rasenmischungen bieten dem Nutzer gegenüber den Billigmischungen ein hohes Maß an Sicherheit und Verbraucherschutz.
Die hohe Anzahl an offiziell geprüften Rasensorten und eine ausreichende Verfügbarkeit machen es aus fachlicher Sicht überflüssig, Gräserarten und Sorten, die nicht für die Rasennutzung geeignet sind (landwirtschaftliche Sorten)  in Mischungen zu verwenden.
Leider werden derartige Mischungen immer noch angeboten.

Prüfung der Strapazierfähigkeit von Lolium perenne und Poa pratensis
Foto 1: Prüfung der Strapazierfähigkeit von Lolium perenne und Poa pratensis mit der Stollenwalze am Prüfstandort Betzdorf.

Bei Fragen zum Einsatzzweck von Mischungen und zur Beurteilung der Saatgutqualitäten ist Ihnen die Deutsche Rasengesellschaft gerne behilflich.

info@rasengesellschaft.de

 

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