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Rasenthema: Mai 2009

Autor: © Otto Weilenmann, Schweiz

Pflege extensiver Parkrasenflächen

An Parkrasenflächen mit einer extensiven Ausrichtung stellt der Nutzer weniger hohe Ansprüche an das Erscheinungsbild, die Belastung, die Narbendichte und die Homogenität des Pflanzenbestandes.

Gefragt sind Artenvielfalt bei ausreichender Funktionalität und deutlich niedrigerem Pflegeaufwand als bei „perfekten“ unkrautfreien, immer benutzbaren, sportplatzähnlich dichten Rasenflächen.

 

Vielfältige Grasarten mit unterschiedlichen  Eigenschaften Gräsermischungen in Vergleichs-parzellen beim Produzenten

Abbildungen:
Parkrasenflächen mit einer höheren Artenvielfalt bei geringerem Pflegeaufwand und extensiver Nutzung (Fotos: K.Müller-Beck)


Ältere Parkrasenflächen mit kleinen oder keinen Düngergaben, die so wenig wie möglich und nur soviel wie nötig geschnitten werden, entsprechen nach einigen Jahren diesem Idealbild. Klassische „Unkräuter“ ergeben bei der Umwandlung vom Rasen zum Blumenrasen einen erwünschten Beikräuterbesatz, der je nach Standort und Nutzung bis über die Hälfte der Bodenbedeckung einnehmen kann.

Dieser Prozess kann beschleunigt werden durch die Einsaat von ebensolchen schnittverträglichen, dem Standort angepassten Rasenkräutern oder von Micro-Weisskleemischungen. Stickstoffliebende Arten führen zu dichteren, rasenähnlicheren Parkflächen als Arten aus der eigentlichen (eher mageren) Trockenrasengesellschaft.

Bei Neuanlagen verwendet man in solchen Fällen den anstehenden Oberboden. Wichtig ist ein durchlässiger Baugrund  und /oder eine entsprechende Modellierung, damit Oberflächenwasser abziehen kann, nur dann sind Parkrasenflächen normal benutzbar.

 

Gräsermischungen in Vergleichs-parzellen beim Produzenten Vielfältige Grasarten mit unterschiedlichen  Eigenschaften

Abbildungen:
Parkrasenflächen mit einer höheren Artenvielfalt bei geringerem Pflegeaufwand und extensiver Nutzung (Fotos: K.Müller-Beck)

 

Die Pflege reduziert sich auf den Schnitt mit dem robusten Sichelmäher, den man für diesen Zweck auf  5 bis 8 cm Höhe einstellt. Je nach Wuchsintensität schneidet man alle 2-4 Wochen bei trockenem Wetter. Idealerweise lässt man das Schnittgut liegen (Mulchschnitt). Bei feuchter Witterung (Herbst), starkem Wuchs oder kurz ausgedrückt,  bei zu hohen Schnittgutmengen, ist eine Aufnahme vorteilhaft.
Blühende Arten ziehen Insekten an. Da entsteht ein erhöhtes Risiko für Bienenstiche. Neben der erhöhten Pflanzenvielfalt wird auch die Fauna (Krabbeltiere, Grillen, Schnecken und Mäuse) zunehmen.

Da Benutzer diese Artenvielfalt nicht immer positiv würdigen ist es hochwichtig, bei extensiven Parkflächen Infotafeln anzubringen – natürlich ohne Gewähr, dass diese von den Gästen gelesen werden.

Weitere Informationen finden sich bei Ulrich Zeltner, 1989, zum Thema:
„Einfluß unterschiedlicher Pflegeintensitäten von Grünland auf die Arthropoden Fauna im urbanen Bereich“
Quelle: www.oekotec.uni-kiel.de/suppl8.htm

Parkrasen entsprechen in ihrer pflanzensoziologischen Einordnung den Intensivweiden des Agrarbereichs (DIERSSEN 1983). Dementsprechend wurde auch für diese Grünlandbiotope eine artenarme Flora (KUNICK 1974) und Fauna (SCHWEIGER 1960) festgestellt.
Untersuchungen des Stadtgartenamtes Augsburg beweisen jedoch, dass bei Übergang zu extensiver Pflege auf ehemalig intensiv gepflegten Rasenflächen schon innerhalb weniger Jahre Grünlandbiotope zu schaffen sind, die in ihrer floristischen Vielfalt den Wiesen der freien Landschaft nicht nachstehen (MÜLLER u. SCHMIDT 1982).
Die genannte Arbeit soll einen Beitrag zur Klärung der Frage leisten, in welcher Weise sich unterschiedliche Pflegeintensitäten auf die Arthropoden-Fauna von Grünlandbiotopen im urbanen Bereich auswirken. Hierzu wurde in Zusammenarbeit mit dem Garten-und Friedhofsamt der Stadt Kiel auf einer Fläche von ca. 4000 m2 ein bisheriger Parkrasen im äußeren Stadtkernbereich Kiels unterschiedlichen Pflegeintensitäten ausgesetzt. Diese Flächen wurden mit einer Glatthaferwiese im Stadtrandbereich Kiels verglichen.

 

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