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Rasenthema: Oktober 2009

Autor: © Dr. Gabriela Schnotz, Juliwa-Hesa GmbH, Heidelberg

Der Rasen sollte auf den Winter vorbereitet werden

Auch wenn es uns schwerfällt, bei den sonnigen schönen Septembertagen daran zu denken – der Winter kommt bestimmt.
Die wesentlich kürzeren Tage mit schwächerer Belichtung und tiefer stehender Sonne machen sich schon deutlich bemerkbar. Die Nächte sind stellenweise schon sehr kühl, und morgens sind die Fensterscheiben der Autos beschlagen und der Rasen feucht oder sogar nass. Trotzdem fehlt vielerorts die notwendige Bodenfeuchte, da es zum Teil in den letzten Wochen sehr wenig geregnet hat.

Genau wie der Mensch muss sich auch die Pflanze an die wechselnden Naturgegebenheiten anpassen, um im Winter nicht zu leiden. Nicht nur in Fußballstadien oder auf Golfplätzen, sondern auch in Parkanlagen oder Hausgärten möchte man im Winter einen ansprechenden Aspekt haben. Grundsätzlich haben unsere Rasengräser eine mehr oder weniger ausgeprägte Winterruhe. Wir müssen also die letzten Wochen mit Wachstum, insbesondere Wurzelwachstum, ausnutzen.
Zwar muss man die Anforderungen gegenüber Rasenflächen an die Jahreszeit Winter anpassen, doch gibt es einige Maßnahmen, um auch in diesem Zeitraum einen ansprechenden Gesamteindruck zu halten. Wir können den Rasenpflanzen über den Winter helfen, indem wir einige Dinge beachten oder bereits jetzt durchführen. Damit sichern wir den Gräsern auch einen guten Start in den nächsten Frühling.
Mit den folgenden Pflegehinweisen gelingt es, den Rasen gestärkt in den Winter zu schicken.

Bewässerung:

Da der September sehr trocken war, musste an manchen Orten beregnet werden, um die Rasenflächen ausreichend mit Wasser zu versorgen. Aber auch im Herbst gilt: große Wassergaben in längeren Intervallen (jeden 4. bis 5. Tag) zu applizieren, damit der Boden mindestens 10 cm tief durchfeuchtet wird. Generell sollte der Rasen im Herbst möglichst wenig gewässert werden, um die Pflanzen abzuhärten und die Zellsaftkonzentration zu erhöhen. Dies verbessert auch die später notwendige Frostresistenz.

 

Schneeschimmelbefall im feuchten Herbstrasen.
Schneeschimmelbefall im feuchten Herbstrasen. (Foto: K. Müller-Beck)

Wirkung einer gezielten kalibetonten Herbstdüngung
Wirkung einer gezielten kalibetonten Herbstdüngung auf die Ausbreitung von Schneeschimmel nach dem Winter. Im Vordergrund unbehandelter Teil. (Foto: K. Müller-Beck)

Düngung:

Die Graspflanzen benötigen Nährstoffe, um z.B. Kohlenhydrate als Reservestoffe einzulagern. Dazu gehören Stickstoff und Magnesium, in besonderem Maße aber Kalium. Kalium beeinflusst die Transpiration und den Wasserhaushalt, führt aber auch zu stabilen Zellwänden. Dadurch wird die Frostverträglichkeit verbessert, die Pflanze vertrocknet an sonnigen Wintertagen nicht so schnell wie eine schlecht ernährte Graspflanze.

Eine Herbstdüngung mit einem Kaliumbetonten Rasenlangzeitdünger ist daher unerlässlich. Der Zeitpunkt richtet sich vor allem nach der geografischen Lage – in der Rheinebene ist das wesentlich später als in den Mittelgebirgsregionen. Grundsätzlich ist aber zu bedenken, dass die Witterung in den letzten Jahren noch bis Weihnachten sehr warm war, was zu erhöhtem Nährstoffverbrauch geführt hat. Daher kann in warmen Regionen durchaus auch Ende Oktober noch gedüngt werden.

Schnitt:

Um den Gräsern die Einlagerung von Reservestoffen zu ermöglichen, müssen sie noch ausreichend Blattmasse zur Photosynthese haben. Daher heißt es, weiterhin regelmäßig, aber mit leicht angehobener Schnitthöhe zu mähen. Dabei sind scharfe Messer wichtig, um möglichst wenig Zellen anzureißen. Diese sind nämlich, besonders in taufeuchten Nächten, ideale Eintrittspforten für pilzliche Erreger von Krankheiten.

Laub:

Laub, das auf dem Rasen liegt, führt zur Vergilbung der Blätter durch Lichtmangel. Unter dem Blatt entsteht aber auch ein feucht-warmes Kleinklima, das die Gräser anfällig für Pilzerkrankungen macht. Deshalb sollte Laub regelmäßig entfernt werden. Geschieht dies mit einem Laubgebläse, werden die Halme dabei auch noch „aufgepustet“ und getrocknet. Dies ist durchaus vorteilhaft im Sinne einer gesunden Rasennarbe

 

Laubblätter decken im Herbst den Rasen ab und Verursachen somit Lichtmangel für die Gräser.
Laubbl ätter decken im Herbst den Rasen ab und Verursachen somit Lichtmangel für die Gräser. (Foto: G. Schnotz)

Laubaufnahme mit dem Rasenmäher zerkleinert das Material
Laubaufnahme mit dem Rasenmäher zerkleinert das Material und sorgt so für eine offene Rasenfläche. (Foto: K. Müller-Beck)

Frost:

Bald ist mit Bodenfrösten zu rechnen und morgens sind Rasenflächen manchmal weiß von Reif. Dann dürfen diese Flächen nicht betreten werden, denn die gefrorenen Zellen brechen und vertrocknen. Die Spuren sind noch lange, manchmal bis ins Frühjahr zu sehen.

Ein Rasen, der gesund und richtig ernährt den Winter übersteht, erfüllt bereits nach kurzer Zeit im Frühjahr alle an ihn gestellten Anforderungen.

 

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