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Rasenthema: Januar 2009

Autor: © Dr. Harald Nonn, Rasenforschung WOLF-Garten/EUROGREEN

Die neuen Regel-Saatgut-Mischungen Rasen 2009

Seit Dezember 2008 ist die aktualisierte Ausgabe der Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) verfügbar. Dieses seit über 30 Jahren jährlich erscheinende Regelwerk der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e.V. (FLL) stellt eine wertvolle Hilfe bei der Auswahl geeigneter Begrünungsmischungen, mit Schwerpunkt Rasenansaaten, dar.

Die von einem Fachgremium unter Mitarbeit der Deutschen Rasengesellschaft erstellten Mischungsvorschläge bieten den ausschreibenden Stellen sowie den Verwendern von Rasenmischungen die anerkannten Regeln der Technik hinsichtlich der zweckmäßigen Mischungspartner. Durch die Verankerung der RSM in verschiedenen Normen und Regelwerken ist durch die jährliche Überarbeitung ein schneller Eingang der Änderungen in die Praxis gewährleistet.

Inhalte und aktuelle Änderungen

Nach der in 2008 abgeschlossenen Überarbeitung des FLL-Regelwerks „Richtlinie für den Bau von Golfplätzen“ wurde die Aufnahme weiterer Mischungen für Golfanlagen erforderlich. Somit umfasst die RSM 2009 nun 36 verschiedene Mischungen und Varianten für die unterschiedlichen Rasennutzungsformen unter Berücksichtigung der Standortgegebenheiten. Die Mischungen basieren auf erprobten Gräserarten und speziellen Rasengräsersorten. Hinzu kommen für die Einsatzbereiche Landschaftsrasen und Biotopentwicklungsflächen noch geeignete Kräuter und Leguminosen.

In der RSM 2009 sind folgende Ergänzungen/Änderungen besonders hervorzuheben:

  • Abgleich mit der neuen FLL-Richtlinie „Bau von Golfplätzen“: Wiederaufnahme der RSM 4.2, RSM 4.5 und RSM 4.6. und einer neuen Variante RSM 4.4.
  • Berücksichtigung anderer Mischungsanteile bei der Produktion von Fertigrasen für bestimmte RSM.
  • Berücksichtigung der Zugabe von Roggentrespe (Bromus secalinus) bei Gefährdung einer funktionsgerechten Bestandsentwicklung.
  • Abgleich mit den FLL-Richtlinien „Planung, Bau und Unterhaltung von begrünbaren Flächenbefestigungen“ sowie „Planung, Ausführung und Pflege von Dachbegrünungen.

Mischungen

Das Kernstück der RSM 2009 bildet wie immer das Kapitel III „Mischungen“. Hier werden die prozentualen Regelwerte der Artenzusammensetzung in einer Mischung vorgegeben. Ein Beispiel ist in Übersicht 1 grafisch dargestellt. Die aufgeführten Spielräume um diesen Regelwert erlauben eine Anpassung an die Saatgutverfügbarkeit oder spezielle Anforderungen, ohne dass die Vorgaben der RSM verlassen werden.

 

Artenzusammensetzung einer Gebrauchsrasenmischung nach RSM 2.3 für schattige Lagen
Übersicht 1:
Artenzusammensetzung einer Gebrauchsrasenmischung nach RSM 2.3 für schattige Lagen

Sorten und Verfügbarkeit

Neben den Mischungsvorschlägen enthält die RSM 2009 zudem eine aktuelle Übersicht der zurzeit 416 in der Bundesrepublik Deutschland vom Bundessortenamt für die Rasennutzung geprüften Gräsersorten (Übersicht 2).

 

RSM Rasen 2009 aufgeführte Gräserarten
Übersicht 2:
In der RSM Rasen 2009 aufgeführte Gräserarten und Anzahl der geprüften Sorten je Art

Zusätzlich gibt die RSM Hinweise zur Verfügbarkeit der Sorten. Diese ist insbesondere bei der wichtigen Art Wiesenrispe (Poa pratensis) durch die hohe Anzahl an nicht verfügbaren Sorten (42 %) eingeschränkt. Insgesamt sind 82 der gelisteten Sorten als nicht verfügbar gemeldet. Dies entspricht einem Anteil von 20 % (Übersicht 3).

 

Anzahl der in der RSM Rasen 2009 als nicht verfügbar aufgeführten Sorten je Art
Übersicht 3:
Anzahl der in der RSM Rasen 2009 als nicht verfügbar aufgeführten Sorten je Art

Außerdem zeigt die RSM-Broschüre tabellarisch die Eignung der Sorten für die vier unterschiedlichen Rasentypen Zierrasen, Gebrauchsrasen, Strapazierrasen und Landschaftsrasen in einem Notenspektrum von 1 bis 9. Anhand dieser Tabelle können sowohl die Hersteller von Mischungen als auch die Verwender die Konformität mit den Vorgaben der RSM überprüfen. Für Gebrauchs- und Strapazierrasen sind bis auf Festuca rubra rubra genügend Sorten mit guter (8) bis sehr guter Eignung (9) verfügbar. Bei Lolium perenne liegen 70 % der Sorten in dieser Spitzenklasse (Übersichten 4 und 5).

 

Übersicht 4: Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung (BSA-Benotung 8 und 9) für Strapazierrasen im Vergleich zu der Gesamtzahl der Sorten
Übersicht 4:
Übersicht 4: Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung (BSA-Benotung 8 und 9) für Strapazierrasen im Vergleich zu der Gesamtzahl der Sortenim Vergleich zu der Gesamtzahl der Sorten

 

Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung
Übersicht 5:
Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung (BSA-Benotung 8 und 9) für Gebrauchsrasen im Vergleich zu der Gesamtzahl der Sorten

Fazit

Der hohe züchterische Aufwand sowie die besonderen Produktionsbedingungen machen Rasensaatgut zu einem wertvollen Naturprodukt mit hohem Leistungspotenzial. Hochwertiges Rasensaatgut muss daher einen entsprechenden Preis haben, damit die Fortsetzung der Gräserzüchtung und die offizielle Rasenprüfung gewährleistet sind.

Gute Rasenmischungen folgen entweder den Vorgaben der Regel-Saatgutmischungen (RSM) oder sind das Ergebnis langjähriger Forschungsarbeiten namhafter Saatgutanbieter. Solche Rasenmischungen bieten dem Nutzer gegenüber den Billigmischungen ein hohes Maß an Sicherheit und Verbraucherschutz.

Bei Fragen zum Einsatzzweck von Mischungen und zur Beurteilung der Saatgutqualitäten ist Ihnen die Deutsche Rasengesellschaft gerne behilflich.

 

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