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Rasenthema: Januar 2008

Autoren: © Dr. agr. Harald Nonn, Rasenforschung WOLF-Garten/EUROGREEN, Betzdorf

Rasensaatgut in Deutschland:
Neues zu „RSM Rasen 2008“, Rasenprüfung und Verfügbarkeit von Saatgut

Ab Januar 2008 ist die aktualisierte Ausgabe der Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) verfügbar. Dieses seit nunmehr 30 Jahren jährlich erscheinende Regelwerk der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau e.V. (FLL) stellt eine wertvolle Hilfe bei der Auswahl geeigneter Begrünungsmischungen, mit Schwerpunkt Rasenansaaten, dar.

Die von einem Fachgremium unter Mitarbeit der Deutschen Rasengesellschaft erstellten Mischungsvorschläge bieten den ausschreibenden Stellen sowie den Verwendern von Rasenmischungen den jeweils aktuellen Stand der Forschung hinsichtlich der zweckmäßigen Mischungspartner. Neben den Mischungsvorschlägen enthält die RSM 2008 zusätzlich eine Übersicht zur Versorgungslage mit geprüften Rasensorten.

Die RSM-Typen 2008 umfassen 28 verschiedene Mischungen und Varianten für die unterschiedlichen Rasennutzungsformen unter Berücksichtigung der Standortgegebenheiten. Die Mischungen basieren auf erprobten Gräserarten und speziellen Rasengräsersorten. Hinzu kommen für die Einsatzbereiche Landschaftsrasen und Biotopentwicklungsflächen noch geeignete Kräuter und Leguminosen.

Die wichtigsten Inhalte und Änderungen

Die RSM 2008 vermittelt eine aktuelle Übersicht zu den derzeit 410 in der Bundesrepublik Deutschland vom Bundessortenamt für die Rasennutzung geprüften Gräsersorten (Übersicht 1). Zusätzlich gibt die RSM Hinweise zur Verfügbarkeit der Sorten. Diese ist insbesondere bei der Wiesenrispe (Poa pratensis) eingeschränkt.

 

Gräserarten und Anzahl der geprüften Sorten
Übersicht 1: Gräserarten und Anzahl der geprüften Sorten je Art nach RSM Rasen 2008

 

In der RSM-Broschüre ist die Eignung der Sorten für die vier unterschiedlichen Rasentypen Zierrasen, Gebrauchsrasen, Strapazierrasen und Landschaftsrasen in einem Notenspektrum von 1 bis 9 tabellarisch aufgeführt. Anhand dieser Tabelle können sowohl die Hersteller von Mischungen als auch die Verwender von Rasensaatgut die Konformität mit den Vorgaben der RSM überprüfen. Für Gebrauchs- und Strapazierrasen sind bis auf Festuca rubra rubra genügend Sorten mit guter bis sehr guter Eignung (Noten 8 und 9) verfügbar (Übersichten 2 und 3).

 

Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung
Übersicht 2: Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung (BSA-Benotung 8 und 9) für den Typ Gebrauchsrasen im Vergleich zu der Gesamtzahl der Sorten

 

Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung
Übersicht 3: Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung (BSA-Benotung 8 und 9) für den Typ Strapazierrasen im Vergleich zu der Gesamtzahl der Sorten

 

In der RSM 2008 sind einige Fußnoten bei den Mischungen für Gebrauchs- und Strapazierrasen entfallen. Dies verbessert die Übersichtlichkeit und erleichtert somit dem Nutzer die zielgerichtete Orientierung. Die für den jeweiligen Verwendungszweck geeignete Mischung wird schneller gefunden.
Die Anforderungen an die Sorteneignung von Poa pratensis (Wiesenrispe) wurde in den in der Praxis bedeutendsten Mischungen „Gebrauchsrasen – Spielrasen“ (RSM 2.3), „Sportrasen – Neuanlage“ (RSM 3.1) und „Sportrasen – Regeneration“ (RSM 3.2) um eine Note höher gesetzt. Die mittlerweile hohe Anzahl an entsprechenden Wiesenrispensorten erlaubt diese strengere Regelung. Eine weitere, erhöhte Anforderung ist beim „Sportrasen – Neuanlage“ ab der RSM 2010 geplant.

Neue Sortenprüfung und aktuelle Verfügbarkeit von Rasensaatgut

Seit 2007 wird an acht verschiedenen Standorten in Deutschland die Prüfung von 58 neuen Gräsersorten durchgeführt. Die Prüfungen hinsichtlich Zier-, Gebrauchs-, Strapazier- und Landschaftsrasen erlauben eine repräsentative Aussage zur Eignung der Sorten in unserem Klimaraum. Sie besitzen somit eine bessere Aussagekraft als Prüfergebnisse aus anderen Ländern unter anderen Rahmenbedingungen.

Anzahl der Sorten mit guter bis sehr guter Eignung

Übersicht 4: Prüfstandorte für die Rasenprüfung in der Bundesrepublik seit 2007

Die Preise für landwirtschaftliche Produkte, die mit Rasensaatgut um die Anbaufläche konkurrieren, haben sich im letzten Jahr teilweise mehr als verdoppelt. Hinzu kommen noch durch Trockenheit (April) und Nässe (Juni, Juli) bedingte Mindererträge von bis zu 25% in den europäischen Anbaugebieten. Beide Faktoren haben zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit mancher Sorten und zu stark ansteigenden Preisen geführt. Für die Ernten 2008 und 2009 wird mit einem weltweit weiteren Preisanstieg und einer leichten Unterversorgung bei Rasensaatgut gerechnet.

Fazit

Der hohe züchterische Aufwand sowie die schwierigen Produktionsbedingungen machen Rasensaatgut zu einem wertvollen Naturprodukt mit hohem Leistungspotenzial. Hochwertiges Rasensaatgut muss daher einen entsprechenden Preis haben, damit die Fortsetzung der Gräserzüchtung und die offizielle Rasenprüfung gewährleistet sind.

Gute Rasenmischungen folgen entweder den Vorgaben der Regel-Saatgutmischungen (RSM) oder sind das Ergebnis langjähriger Forschungsarbeiten namhafter Saatgutanbieter. Solche Rasenmischungen bieten dem Nutzer gegenüber den Billigmischungen ein hohes Maß an Sicherheit und Verbraucherschutz.

Bei Fragen zum Einsatzzweck von Mischungen und zur Beurteilung der Saatgutqualitäten ist Ihnen die Deutsche Rasengesellschaft gerne behilflich.

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