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Rasenthema: Oktober 2006

Autoren: © Dr. Gabriela Schnotz, JULIWA-HESA, Heidelberg

Qualität beim Rasen zahlt sich aus

Der Verein zur Förderung moderner Rasenpflege e.V., mit Sitz an der LVA in Heidelberg, organisiert alle zwei Jahr die traditionelle Veranstaltung „Heidelberger Rasentage“. Im WM-Jahr 2006 hatte man sich abweichend zur üblichen Terminierung im Frühsommer für eine Herbsttagung am 29.9.2006 entschieden.
Die Einladungen wurden an Kommunen, Golf- und Sportplätze sowie Betriebe des Garten- und Landschaftsbaues in der Region Mittlerer Neckar verschickt. Inzwischen gibt es jedoch immer mehr Interessenten aus der Rasenszene des Landes, die diese Veranstaltung besuchen. Mit ca. 70 Teilnehmern waren die Kapazitäten der LVG Heidelberg, die freundlicherweise wieder Ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, stark beansprucht. Diese positive Resonanz hat die Veranstalter natürlich sehr erfreut.

Das Tagungsprogramm war mit den  Themen rund um die Qualität bei der Ausführung von Arbeiten zur Anlage und Pflege von Rasenflächen geprägt, mit dem Ziel, möglichst spätere Reklamationen zu vermeiden.
Der Einstieg in die rechtlichen Grundlagen zur Ausschreibung und Vergabe von Rasenarbeiten wurde kompetent und anschaulich von dem Frankfurter Rechtsanwalt Rainer Schilling gemacht. Unterschiedliche Verträge nach VOB oder BGB waren hier genauso Thema, wie die  wichtigen Punkte der Abnahme und Gewährleistung für ein Bauwerk. Unkenntnis in diesen Bereichen kann fatale Folgen haben.
So erläuterte der Jurist beispielsweise die Wirksamkeit einer Bestätigung vorausgegangener Verhandlungen durch ein kaufmännisches Bestätigungsschreiben, das gültig ist, wenn dem nicht sofort widersprochen wird. Wie kann eine Abnahme erfolgen und ab wann gilt eine Gewährleistungsfrist waren weitere Inhalte seiner Ausführungen.
Dabei wurde deutlich, dass ohne rechtliche Grundkenntnisse erhebliche Probleme in der Abwicklung von Bauprojekten entstehen können.

Der folgende Themen-Komplex stand unter dem Leitgedanken „Qualität kann Kosten senken“, bei dem von den  drei Referenten jeweils Teilbereiche aufgezeigt wurden, was Qualität bedeutet und inwieweit sie – langfristig gesehen – Folgekosten vermeiden kann. Thomas Büchner, Inhaber der Firma Büchner Fertigrasenkulturen, erläuterte die Qualitätskriterien für den Bereich Fertigrasen. Frau Dr. Gabriela Schnotz, Fachberaterin der JULIWA-HESA, stellte die Basis-Kriterien für die Beurteilung von Gräser-Saatgut dar. Neben den technischen Angaben für Reinheit und Keimfähigkeit kommt es auch auf die genetischen Eigenschaften einer Sorte bei der Auswahl von geeignetem Saatgut an.
Den Abschluss der Runde bildete Erich Münch, vegetationstechnischer Berater der COMPO, der anschaulich und ausführlich die Vorteile hochwertiger Rasendünger beleuchtete. Das richtige Nährstoffverhältnis und die geeignete Form der Nährstoffe sorgen für eine nachhaltige und ausgeglichene Gräserversorgung zur Bildung der gewünschten Narbendichte, die als Qualitätskriterium für einen guten Rasen gelten sollte.

 

Referenten
Die Referenten:
vorne links: Erich Münch, Dr. Gabriela Schnotz, Rainer Schilling, Gerhard Baumann
hinten links: Thomas Büchner, Manfred Bertsch

Am Ende des Vormittages referierte Manfred Bertsch, Sachverständiger aus Mannheim, über das Thema: „Kunstrasen als Alternative zum Naturrasen“. Interessant war hier die Kostenberechnung über die gesamte Nutzungszeit hinweg, die meist so nicht bekannt ist. Mit diesem Plädoyer für den Naturrasen endete der Vortragsteil am Vormittag.

Nach interessanten Gesprächen in der Mittagspause ging es am Nachmittag weiter mit zwei Themenblöcken, die eigentlich nicht zu trennen waren: „Professionelle Rasenpflege - Erfahrungen in Vereinen und Kommunen“ und „Konsequenzen durch mangelhafte Rasenpflege“. Auch hier also wieder der Grundtenor „Kann Qualität Kosten sparen?“.

Durch ein Zwiegespräch zwischen dem Referenten Herrn Gerhard Baumann, Sachverständiger und Gutachter und Herrn Bertsch, wurde sehr schnell eine rege Diskussion entfacht. Durch die Zwischenfragen fühlten sich viele Teilnehmer animiert, eigene Erfahrungen darzustellen oder Fragen zu stellen. Das verspätete Ende der Veranstaltung zeigte somit das hohe Interesse an diesem Fragenkomplex.

Für die nächsten Wochen ist ein Internet-Auftritt der „Heidelberger Rasentage“ unter www.rasentage.de. geplant, so dass dort weitere Informationen z.B. über zukünftige Veranstaltungen entnommen werden können.

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