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Rasenthema: November 2005

Autoren: © Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft

„Comparaholics“ eine besondere Gruppe von Golfern

In einem bemerkenswerten Aufsatz berichtet L. Gilhuly in der jüngsten Ausgabe des Magazins „USGA Green Section Record“ von der ständig wachsenden Lust der Golfer, die Platzqualität einer Gastanlage nach einer Spielrunde mit den Zuständen im Heimatclub zu vergleichen. Er prägt den neuen Begriff der „Comparaholics“, die insbesondere im Pro Shop und am „19. Grün“ zu finden sind.

Ein wichtiger Grund für den ständigen Vergleich der Platzpflege liegt oft in der geringen Beständigkeit des eigenen Spielerfolges eines Golfers, der dann eine Entschuldigung für den misslungenen Schlag oder den zu kurzen Putt im Pflegezustand einer Anlage sucht (und findet). So heißt das Urteil sehr oft: „die Grüns sind zu langsam, die Fairways zu kurz, das Rough zu lang und die Bunker zu ungepflegt“, selten wird das Wasserhindernis angeführt.

 

Rough-Fläche
Rough-Flächen dienen der Gestaltung und Abgrenzung von Spielbahnen, gelegentlich führen sie zum Ballverlust bei verunglückten Schlägen der Golfer.
(Foto: K. Müller-Beck)

Schafe zur Pflege der Rough-Flächen
Schafe zur Pflege der Rough-Flächen sind selten, sie beeindrucken jedoch die Golfer.
Ein Schlag ins Wasserhindernis wird zwangsläufig mit Ballverlust bestraft.
(Foto: K. Müller-Beck)

 

Vergleiche werden in der Regel unter völlig verschiedenen Bedingungen vorgenommen. So spielt man beispielsweise bei einem Einladungsturnier auf dem Gastplatz unter besonderen Voraussetzungen und vergleicht diese Situation dann später auf der Heimatanlage bei Normalbedingungen. Jede Golfanlage ist durch pflanzenbauliche Eigenschaften und pflegetechnische Möglichkeiten sowie durch grundsätzliche Clubbedingungen gekennzeichnet. Zu den pflanzenbaulichen Voraussetzungen zählen beispielsweise:

Grasarten, Anzahl Bäume, geographische Lage, Qualität des Beregnungswassers, um nur einige zu nennen. Die allgemeinen Clubbedingungen wie beispielsweise Alter der Anlage, Anzahl der Spielrunden, Maschinenausstattung, Pflege-Budget oder die Art des Platz-Designs beeinflussen darüber hinaus den Qualitätszustand des Platzes erheblich.

 

Bunkerkanten
Sauber abgestochene Bunkerkanten mit gemähter Rasenböschung bieten gute Voraussetzungen für den Golfer
( Foto: K. Müller-Beck)

Bunkerkante und Böschung
Bunkerkante und Böschung als „Biotop gepflegt“ verunsichert den Golfer und führt zu unklaren Ballpositionen.
( Foto: K. Müller-Beck)

 

Zur Vermeidung von kritischen Situationen und negativen Bewertungen einer Golfanlage durch Gastspieler sollten klare Bedingungen geschaffen werden.
So ist es für das Greenkeeping besonders wichtig, gemeinsam mit der Club-Führung bestimmte Pflegestandards für eine Saison zu definieren und deren Einhaltung regelmäßig zu dokumentieren. Dabei sollten Greens-Eigenschaften oder Fairway-Breiten für den Normalbetrieb so festgelegt sein, dass für herausragende Turniere entsprechende Steigerungen möglich sind.
Vergleiche durch Golfer sind meistens nur eine Momentaufnahme, sie ignorieren die unterschiedlichen Voraussetzungen des Standortes, da sie in der Regel nicht bekannt sind!

Spielt doch der Golfer auf der Gastanlage mit offenem Blick , wobei er das Umfeld erkundet und für sich bewertet, so spielt er auf dem Heimatplatz mit gesenktem Kopf und den Blick fest auf den Ball gerichtet; denn er „kennt“ ja seine Anlage ganz genau!

Quelle: http://www.usga.org/turf/green_section_record/2005/nov_dec/death.html

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