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Rasenthema: März 2005

Autoren: © Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft

Eindrücke von der „Golf Industry Show“ in Orlando

Konzentrierte Kräfte der Verbände

Mit einem neuen Konzept präsentierte sich die „Golf Industry Show“ erstmalig im Februar 2005 unter Beteiligung der beiden Verbände „Golf Course Superintendent Association of America“ (GCSAA) und der „National Golf Course Owners Association“ (NGCOA) in Orlando.

 

Empfang zur Golfindustrie-Ausstellung und Konferenz in Orlando, FL

Abbildung 1:
Empfang zur Golfindustrie-Ausstellung und Konferenz in Orlando, FL

 

In verschiedenen Schwerpunktbereichen wurden einerseits Informationen für das Greenkeeping und andererseits Anregungen für die Golfplatzbesitzer (NGCOA) vermittelt.
Mit dem neuen Konzept wurde die Hallenbelegung so gestaltet, dass in sieben verschiedenen „Solution Centers“ innerhalb der Ausstellungsfläche praktische Erläuterungen und theoretisches Ansätze zu aktuellen Problemfeldern aufbereitet waren.
Ein ganz besonderes Interesse fand hierbei das Thema Bau eines Grüns.
In Zusammenarbeit mit der Vereinigung der amerikanischen Golfarchitekten (ASGCA), den Golfplatzbauern (GCBAA) und den Golf Course Superintendents (GCSAA) sowie weiteren Sponsoren, wurde während der Messe ein Golfgrün in der Halle bis zur abschließenden Ermittlung des Stimpmeter-Ratings fertiggestellt.

 

Messe

Abbildung 2:
Übergabe des während der Messe erbauten Golfgreens durch den Golfarchitekten an die GCSAA

 

Zur Herstellung des Mustergrüns wurden 40 LKW-Ladungen an Material in die Halle verbracht. Nach dem Verlegen der Agrostis-Sode wurde mit dem Smooth-Roller gewalzt und ein erster Schnitt ausgeführt.

Zu den weiteren Informations-Angeboten für das Greenkeeping zählten folgende Themenblöcke: „Agronomic Solutions“, Water Solutions“ und Equipment & Maintenance Solution“.

Weitere Informationen sind unter der Adresse: www.gcsaa.org zu finden.

Aus der Sicht des Berichterstatters war die Beteiligung der Besucher in den „Solution Centers“ eher als mäßig einzustufen, wobei der Bau eines Grüns die Ausnahme bildete und klar als das Highlight zu verbuchen war.

Seminare und Vortragsreihen

USGA Green Section

Abbildung 3:
Einladung zur Vortragreihe der USGA Green Section

 

Für die GCSAA-Mitglieder standen auch in 2005 wieder ca. 100 Veranstaltungen zur Auswahl.
Eine gute Ergänzung zu den relevanten Fragestellungen aus der Beratungstätigkeit der USGA Green Section lieferte die Vortragsreihe im Rahmen der „USGA Educational Conference“.
So berichtete beispielsweise der Präsident der USGA, Herr Fred Ridley, zum Thema „Distance Controll“, dass im Hinblick auf die Produktentwicklung bei Bällen und Golfschlägern durch neue Test Center geeignete Grenzwerte für die Zulassung erarbeitet werden. Nach Beobachtung der USGA hat die Schlagweite der Tour-Spieler in den letzten Jahren um 10 % zugenommen.

Das Stichwort „Green Speed“ wurde von verschiedenen Referenten (Nikolai s.u.) behandelt, so auch von Matt Nelson, USGA Director. Er machte darauf aufmerksam, dass bei der augenblicklichen Zielsetzung von über 300 cm BRD (10’ 5’’) für den normalen Spielbetrieb die Belastungsgrenzen (Stress) für Rasengräser mehr als erreicht sind. So sieht er bei modellierten Grüns nur noch sehr eingeschränkte Fahnenpositionen. Die Regeneration der „Ballmarks“ wird deutlich verzögert. Alte Lochpositionen werden öfters skalpiert.

 

Erläuterungen zur Entwicklung der organischen Substanz in USGA Greens

Abbildung 4:
Erläuterungen zur Entwicklung der organischen Substanz in USGA Greens

 

Weitere Themen des USGA-Konferenzangebotes lauteten: „Natural Organic Fertilizers“, „Strategie for Organic Matter Controll in Putting Greens“, „Developing Guidelines for Tee Construction“ oder „Using Turf and Enviromental Research to Your Advantage“. Gerade zum letzten Thema ist der Hinweis auf folgende Internet-Adresse von besonderer Bedeutung: http://usgatero.msu.edu ; denn hier können mit entsprechender Suchfunktion zahlreiche Versuchsergebnisse abgefragt werden.

Trends und Beobachtungen

Starke züchterische Entwicklungen werden nicht nur im Rohrschwingelsortiment erwartet, sondern auch bei den Straußgräsern stehen weitere feinblättrige, extrem dichte Sorten zur Markteinführung an, so beispielsweise die Sorten ALPHA und T-1 von Jacklin Seed.
Die Zulassung der Round-up resistenten Agrostis-Sorten von Scotts bleibt derzeit immer noch fraglich.

Nach Aussage von Dr. Throssell, GCSAA, setzen etwa 80 % bis 90 % der amerikanischen Golf Superintendents Wetting Agents zur Vermeidung von Trockenstellen ein. Im Markt werden etwa 40 bis 50 verschiedene Produkte angeboten. In einer großen, landesweiten Studie wurden inzwischen die Untersuchungen mit 10 Produkten abgeschlossen.
Die detailierten Versuchsergebnisse der neun Universitäten werden in der April-Ausgabe der Zeitschrift Golf Course Management GCM veröffentlicht werden.
Über die Internet-Seite: www.eifg.org sollen die Informationen ebenfalls zugänglich gemacht werden.

Abschlussbemerkung

Die Golf Industry –Show dient im verstärkten Maße der internationalen Präsentation des aktuellen Geschehens in der Golfplatzszene, wobei der amerikanische Standard kaum auf alle Breitengrade dieser Erde übertragen werden sollte.
Gute Anregungen werden in den vielschichtigen Workshops und Tagesseminaren vermittelt, da zahlreiche Referenten aus eigenen Forschungsergebnissen berichten können, aber auch erfahrene Greenkeeper mit Daten aus der Praxis in den Veranstaltungen zu Wort kommen.

Weitere Informationen sind in der Zeitschrift Rasen –Turf– Gazon Nr. 1-2005 veröffentlicht.

Alle Fotos: Dr. K. Müller-Beck

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