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Rasenthema: Mai 2004

Autoren: © Dr. agr. Harald Nonn, WOLF-Garten, Betzdorf

Golfplätze - ökologisch besser als ihr Ruf

Zusammenfassung aus dem Studienprojekt der Universität Leipzig, Institut für Geographie , unter Leitung von Prof. Jürgen Heinrich zum Thema ”Golfplätze - ökologisch besser als ihr Ruf”.

Wenngleich die ökologische Wertigkeit von Golfplätzen schon mehrfach Thema wissenschaftlicher Arbeiten war, so konnte die Gruppe um Prof. Dr. Jürgen Heinrich (Professur für Physische Geographie und landschaftsbezogene Umweltforschung und selbst kein aktiver Golfer) bei ihren Untersuchungen die regionalen Aspekte der Clubs im Leipziger Umland besser berücksichtigen. Den Schwerpunkt der Arbeiten auf den Clubanlagen in Machern, Noitzsch und Seehausen bildete die Betrachtung der Geokomponenten Klima, Boden, Wasser und Biosphäre.

Grün und Biotop
„Grün und Biotop auf dem Golfplatz Machern, kein Neben-, sondern ein Miteinander“

 

Für die Komponente Klima sind die Auswirkungen der Golfanlagen auf die Frischluftzufuhr der angrenzenden Siedlungsgebiete einer der wesentlichen Gesichtspunkte. Mit Hilfe von Klimamessungen und dreidimensionalen Landschaftsmodellen konnten am Computer die potentiellen Luftströme modelliert werden. Die relativ ebene Struktur der Golfplätze und die vielen Wasserflächen haben sich dabei als unterstützend für den Frischlufttransport herausgestellt.

Für die Bodenanalytik wurden jeweils Proben auf den Golfplätzen und den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen genommen. Abgesehen von den Grüns und Abschlägen konnten kaum Veränderungen im Bodenaufbau gefunden werden. Auch beim Thema Stickstoffaustrag schneiden die Spielflächen überwiegend besser ab als die Ackerflächen der Umgebung – ein Beleg für den fachgerechten Einsatz von Dünger seitens des Greenkeepings.

Bodenprofil aus dem Golfplatz Machern
Bodenprofil aus dem Golfplatz Machern

 

Diese Ergebnisse decken sich auch mit denen der Wasseranalytik, die bei der Untersuchung der Oberflächengewässer keine Belastungen feststellen konnte. Verglichen mit den monotonen Ackerflächen früherer Tage stellen die neu angelegten Teiche zusätzlich eine landschaftliche und biotische Aufwertung dar.

Die genauere Betrachtung der Biotopausstattung vollzog sich in zwei Schritten - Luftbildinterpretation und Begehung. Da für die drei Untersuchungsgebiete kein aktuelles Kartenmaterial vorhanden war, sind zuerst die verschiedenen Golfplatzelemente mit Hilfe von Luftbildaufnahmen kartiert worden. Anschließend erfolgte vor Ort die detaillierte Aufnahme von Flora und Fauna. Wie zu erwarten zeigen die direkten Spielelemente eine sehr monotone Artenausstattung. Die Rough-Bereiche sind hingegen durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Biotopen geprägt. Zahlreiche Hecken, Gebüschinseln und Streuobstwiesen schaffen neuen Lebensraum für Vögel und Insekten auf den einst kargen Ackerflächen.

Zusammenfassend können wir den Golfplätzen in der Kulturlandschaft um Leipzig einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zur Erhöhung der Biotoptypenvielfalt bescheinigen.

Insbesondere für intensiv genutzte Ackerflächen stellen sie eine gute Nutzungsalternative dar.

 

Anmerkung:
Interessenten können den gesamten Bericht im pdf-Format als CD-ROM anfordern.
Prof. Jürgen Heinrich: jhein@rz.uni-leipzig.de

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