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Rasenthema: Januar 2004

Autoren: © Dr. Heinz Schulz, Institut für Pflanzenbau und Grünland 340 Rasen-Fachstelle Universität Hohenheim 70593 Stuttgart

Kurzfassung aus Zeitschrift „Rasen –Turf – Gazon“, Nr.04 -2003

Neue Namen für Kräuter- und Gräserarten in Rasenflächen

Kennzeichnung der Art

Im Interesse einer einheitlichen Benennung und Verständigung tragen alle Sippen in der Botanik wissenschaftliche und im deutschsprachigen Raum zusätzlich deutsche Namen. Die Arten werden grundsätzlich mit zwei lateinischen Namen geschrieben. Dem ersten großgeschriebenen Gattungsnamen wird ein kleingeschriebenes Beiwort zugeordnet. Zum Beispiel gibt es innerhalb der Gattung Festuca (Schwingel) die Arten Festuca rubra, Festuca ovina, Festuca arundinacea, Festuca pratensis und einige weitere Arten.
Im Deutschen werden die Artnamen mit den Gattungsnamen häufig zusammen geschrieben. Festuca rubra heißt dann Rotschwingel, Festuca pratensis entsprechend Wiesenschwingel.
Der Artname nimmt also eine Schlüsselstellung ein. Zu einer Art gehören alle Pflanzen, zwischen denen in den wesentlichen Merkmalen weitgehende Übereinstimmung herrscht.
Dabei gibt es Meinungsverschiedenheiten darüber, welche Merkmale für die Unterscheidung von Arten als wesentlich anzusehen sind. Diesen mehr wissenschaftlichen Streit wird es auch weiterhin geben. Wir gehen aber davon aus, dass die Benennung in der neuen Standardliste von Wisskirchen und Haeupler längere Zeit ihre Gültigkeit haben wird.

Unterarten und Neubeschreibungen

Innerhalb der einzelnen Arten können wiederum Unterarten oder Subspezies (ssp.) benannt werden. So gibt es beispielsweise bei der Art Festuca rubra die Unterarten Festuca rubra subsp. arenaria (Dünen-Rot-Schwingel) oder Festuca rubra rubra (Gewöhnlicher Rot-Schwingel).
Die einmal aufgeführten Namen sind nicht unveränderlich, manche Einheiten werden durch wissenschaftliche Untersuchungen neu benannt, Pflanzen werden neu entdeckt oder andere zu neuen Gruppen zusammengestellt. Früher und zum Teil noch heute galt das Prioritätsgesetz. Es wurde der älteste Name verwendet , der durch gründliche Untersuchung und Beschreibung aller Merkmale auf die Art hinweist. Von diesem Prinzip ist man neuerdings abgekommen, weil die älteren Beschreibungen manchmal doch nicht eindeutig genug waren, so dass die entsprechende Pflanze dann einer anderen Sippe zugeordnet werden musste.

Anerkannte Standardlisten

Eine weitgehend anerkannte Checkliste für Deutschland hatte erstmals Mansfeld (1940) erstellt. In neuerer Zeit waren es Ehrendorfer und Mitarbeiter, die eine fundierte Standardliste mit etwa 6000 Sippen für ganz Mitteleuropa erarbeitet haben (Ehrendorfer et al. ,1973). Diese Liste (der „Ehrendorfer“) fand die bisher grösste Verbreitung und grösste Anerkennung. Nach der Veröffentlichung von Ehrendorfer wurden viele Bestimmungsbücher, wie zum Beispiel der „Schmeil-Fitschen“, erarbeitet. Die Namen in dem Standardwerk von Ehrendorfer waren Grundlage der wissenschaftlichen Namen für die mehr als 4000 Pflanzenarten in Deutschland. Auch in der Praxis war der „Ehrendorfer“ die Basis für die Verständigung und Vereinheitlichung bei Kartierungen, Gutachten und ähnlichen Vorhaben.

In den Folgejahren haben sich bei der Erforschung der Pflanzenwelt zur Systematik neue Erkenntnisse ergeben. Es sind neue Arten entdeckt worden und es haben sich viele nomenklatorische Erkenntnisse angesammelt. Auf Grund dieser Tatsache hat sich eine botanische Arbeitsgruppe zusammen gefunden und unter Einbeziehung und Vergleich der vorhandenen Checklisten ermittelt, welche wichtigen Informationen zur Namengebung geeignet sind und darauf aufbauend eine durch viele auch ausländische Fachleute unterstützte Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands erarbeitet (Wisskirchen und Haeupler, 1998). Sie wird die Basis für künftige Florenwerke sein und als Grundlage für botanische Projekte dienen. Es ist ein systematischnomenklatorisches Nachschlagwerk.

In den Tabellen sind die Änderungen der botanischen und deutschen Benennungen von den Pflanzenarten aufgeführt, die auf den Rasenflächen häufiger vorkommen können.


Bisher gültiger Name (syn.) bot./deutsch

Gräser

Neuer Name nach Wisskirchen u. Haeupler bot./deutsch

Gräser

Agrostis canina L.
Hundsstraussgras
Agrostis canina L.
Sumpf-Straussgras
Agrostis stolonifera L.
Flechtstraussgras

Agrostis stolonifera L.

Weißes Straussgras

Agropyrum repens (L.) P. BEAUV.
Gemeine Quecke
Elymus repens (L.) GOULD s. str.
Kriech-Quecke
Bromus mollis L.
Weiche Trespe
Bromus hordeaceus L.
Weiche Trespe
Festuca ovina duriuscula
Härtlicher Schwingel
Festuca brevipila TRACEY
Rauhblättriger Schaf-Schwingel
Festuca ovina tenuifolia (SIBTH.)
Feinblättriger Schwingel
Festuca filiformis POURR. Grannenloser Schaf-Schwingel

Festuca ovina valesiaca (SCHLEICH ex GAUDIN) LINK
Walliser Schwingel

Festuca valesiaca SCHLEICH ex GAUDIN
Walliser Schaf-Schwingel
Festuca rubra commutata GAUDIN
Horstrotschwingel
Festuca nigrescens LAM.
Horst-Rot-Schwingel
Festuca rubra trichophylla DUCROS ex GAUDIN
Kurzausläufer-Rotschwingel

Festuca trichophylla (DUCROS ex GAUDIN), K. RICHT.
Haarblättriger Schwingel

Lolium perenne L.
Deutsches Weidelgras
Lolium perenne L.
Ausdauerndes Weidelgras

Tabelle: Aktuelle Benennung von Gräserarten für Rasenflächen aus Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen, nach Wisskirchen, R. und H. Haeupler, 1998.

 


Bisher gültiger Name (syn.) bot./deutsch 

Kräuter 

Neuer Name nach Wisskirchen u. Haeupler bot./deutsch 

Kräuter 

Cerastium caespitosum ASCH.
Gemeines Hornkraut 
Cerastium holosteoides FR.
Gewöhnliches Hornkraut  
Chrysanthemum leucanthemum L.
Margerite 
Leucanthemum vulgare LAM.
Magerwiesen-Margerite 
Coronilla varia L.
Bunte Kronwicke 
Securigera varia (L.) LASSEN
Bunte Kronwicke 
Genista sagittalis L.
Flügelginster 
Chamaespartium sagittale (L.) GIBBS.
Gewöhnlicher Flügelginster 
Lotus uliginosus SCHKUHR
Sumpfhornklee 
Lotus pedunculatus CAV.
Sumpf-Hornee 
Lychnis flos-cuculi L.
Kuckuckslichtnelke 
Silene flos-cuculi (L.) CLAIRV.
Kuckus-Lichtnelke 
Myosotis palustris HILL.
Sumpfvergissmeinnicht 
Myosotis scorpioides L.
Sumpf-Vergißmeinnicht 
Polygonum bistorta L.
Wiesenknöterich 
Bistorta officinalis DELARBRE
Schlangen-Wiesenknöterich

Tabelle:

Aktuelle Benennung von Kräuterarten auf Rasenflächen aus Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen, nach Wisskirchen, R. und H. Haeupler, 1998.

 

Literatur:
Ehrendorfer , F. Hrsg. , 1973: Liste der Gefäßpflanzen Mitteleuropas, 2. Aufl. (bearbeitet von W. Gutermann und H. Niklfeld) –Stuttgart
Mansfeld, R. , 1940: Verzeichnis der Farn- und Blütenpflanzen des Deutschen Reiches.-Ber. Deutsch. Bot. Ges. 58a, Fischer, Jena
Wisskirchen, R. und H. Haeupler, 1998: Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer, Stuttgart

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