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Rasenthema: Mai 2002

Autor: © Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft

Stärken und Leistungen der Rasengräser

Narbendichte und Scherfestigkeit

Narbenbildung -Ausdauer - Wurzeltiefgang - Trittverträglichkeit - Schnittverträglichkeit - Krankheitsresistenz: dies alles sind Forderungen an einen Sport- und Strapazierrasen.
Bei einer Auswahl von 339 Sorten in der FLL-Broschüre "Regelsaatgutmischung (RSM) 2002" (siehe Abbildung 1 und 2), gibt es für die jeweiligen Rasentypen dennoch Unterschiede. Ein wichtiges Qualitätskriterium ist das Narbenbildungsvermögen der Gräser. Die für Sportrasen verwendeten Arten Lolium perenne (Deutsches Weidelgras) entwickeln bei entsprechender Trittbelastung bis zu 40 000 Triebe pro Quadratmeter und Poa pratensis ( Wiesenrispe) etwa 50.000 Triebe /m².

 

Entwicklung des Sortenangebotes
Abbildung 1

Entwicklung des Sortenangebotes
Abbildung 2

 

Im Vergleich dazu erreichen Golf-Grüns eine Narbendichte von 100.000 bis 200.000 Trieben pro Quadratmeter.
Eine dichte Narbe soll bei Sportrasen für die Eindämmung von Verletzungen sorgen und ein einheitliches optisches Bild liefern.
Entscheidend für die Qualität eines Sportrasens ist die Scherfestigkeit.. In diesem Zusammenhang ist die Kombination Lolium perenne und Poa pratensis empfehlenswert, während ein Rasenbestand aus Poa annua (Jährige Rispe) eine deutlich geringere Scherfestigkeit liefert.

Wurzelwachstum optimieren

Das Wurzelwachstum hat für eine gute Rasenqualität eine besonders hohe Bedeutung. Voraussetzung ist ein dichtes Wurzelwerk. Beim Faktor Bodenluft ist vor allem der CO2 - Gehalt wichtig: drei bis fünf Prozent CO2 - Überschuss bedeutet das Absterben der Wurzeln. Deshalb muss der Gasaustausch durch Aerifizieren (zwei Mal pro Jahr) oder andere Belüftungsmaßnahmen wie das Schlitzen und Tiefenlockern mit dem Vertidraingerät gewährleistet sein.
Durch gezielte Nährstoffapplikation kann die Wurzelbildung ebenfalls gefördert werden.Hier hat sich beispielsweise das phosphathaltige Bodenverbesserungsmittel Agrosil LR bestens bewährt. Dies zeigt sich auch beim Verlegen von Fertigrasen, wenn zuvor eine gezielte Bodenverbesserung vorgenommen wurde.
Eine dosierte Stickstoffdüngung fördert bei Gräsern Wurzelmasse, Wurzelverzweigung und den Wurzelhaarbesatz. Phosphate begünstigen ein dichtes Wurzelwerk und stimulieren die Wurzelverzweigung. Silikate, wie sie im Agrosil enthalten sind, dienen zur Stabilisierung der Zellwände und verbessern damit beispielsweise die Krankheitsresitenz.

Entscheidend für die ausgewogene Nährstoffversorgung ist das N : P : K : Mg -Verhältnis, das als Zielvorgabe bei der Jahresdüngung bei 1 : 0,3 : 0,5-0,8 : 0,2 liegen sollte.

Schnitthöhe beeinflußt Rasenqualität maßgeblich

Je nach Rasentyp ( Funktion und Nutzungsintensität ) muss beim Mähen die Schnittverträglichkeit der Arten beachtet werden. Die Schnitttoleranz einzelner Arten und Sorten sollte bekannt sein. Das Schneiden unterhalb, aber auch oberhalb der angegebenen Toleranzhöhe kann zu Problemen führen.
Die Schnittmaßnahmen müssen regelmäßig und nicht nur sporadisch durchgeführt werden, damit sich die Gräser an eine Schnittlinie gewöhnen. Die so induzierte, höhere Photosyntheseleistung liefert ausreichende Reservestoffe zur Versorgung von Blatt, Stengel und Wurzelanteilen. Eine befürchtete Stresssituation kann auf diese Weise vermieden werden.
Zur Förderung der richtigen Sportrasengräser hat sich deshalb eine Schnitthöhe von 3 - 4 cm bewährt! (siehe Tabelle)

 

Tabelle: Optimale Schnitthöhen für unterschiedliche Rasengräserarten

Grasart
Botanischer Name
Grasart
Deutscher Name
Schnitthöhe in mmToleranzbereichnach Turgeon
Agrostis stolonifera Flechtstraußgras 3 - 12
Festuca arundinacea Rohrschwingel > 35
Lolium perenne Deutsches Weidelgras 35 - 50
Poa annua Jährige Rispe < 25
Poa pratensis Wiesenrispe 30 - 60

 

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