Deutsche Rasengesellschaft e.V. DRG

 

 

 

 

 

 

PDF-Download

Download:
Hier können Sie das nebenstehende Dokument als PDF-Datei herunterladen.

Download starten

Rasenthema: April 2000

Autor: © Martin Bocksch

Was macht eine gute Rasenmischung aus?

Will man einen neuen Rasen anlegen oder den alten Rasen durch eine Nachsaat verbessern, steht man als Verbraucher vor der Frage nach der richtigen Rasenmischung. Wohlklingende Mischungsnamen liefern nur selten eine Aussage zu den tatsächlichen Qualitätseigenschaften.
Einige Hinweise und Tipps zur Beurteilung von Rasenmischungen sollen diese Ausführungen dem Rasenliebhaber liefern!

verwendet man Mischungen aus verschiedenen Rasengräsern? In der Mischung ergänzen sich die Eigenschaften der unterschiedlichen Rasengräserarten in der Regel positiv.

 

Entwicklung des Sortenangebotes in den Rasengräserarten nach RSM 2000
Entwicklung des Sortenangebotes in den Rasengräserarten nach RSM 2000


Je nach Verwendungszweck der Mischung (Zierrasen - Strapazierrasen - Landschaftsrasen) werden die jeweiligen Anteile der geeigneten Grasarten in mehreren Sorten zusammengefügt. Auf diese Weise nutzt man die unterschiedlichen Eigenschaften der Rasengräser für die Region der kühlen Klimate.

Die wichtigsten Beschreibungsmerkmale für Rasengräser sind nachfolgend kurz zusammengefasst:

  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
    grob; belastbar; raschwüchsig, regenerationsfreudig
  • Wiesenrispe (Poa pratensis)
    dicht; strapazierfähig; dunkelgrün, unterirdische Ausläufer
  • Rotschwingel (Festuca rubra ssp.)
    fein; anspruchslos; langsamwüchsig und tiefschnittverträglich
  • Straußgras (Agrostis ssp.)
    dicht; fein; weich; wasserliebend, tiefschnittverträglich
  • Schafschwingel (Festuca ovina)
    lockerhorstig; anspruchslos; pflegeleicht

Fachgerechte Mischungen für edle, feine Zierrasen sind anders zusammengesetzt wie für belastbare Sportrasen oder nur gelegentlich genutzte Hausrasenflächen oder gar Nachsaatmischungen zur Renovation von alten Rasenflächen.

 

Sortenangebot für Gebrauchs- und Spielrasenmischungen nach RSM 2.3
Sortenangebot für Gebrauchs- und Spielrasenmischungen nach RSM 2.3

 

Nach derzeitigem Stand der Rasenforschung ist das Einmischen weiterer Gräserarten nur unter ganz speziellen Bedingungen zur Begrünung von Sonderstandorten sinnvoll. Ein besonderes Qualitätsmerkmal stellen die jeweiligen Sorten der oben genannten Grasarten in den Mischungen dar. Ein Beispiel für die Eignungskriterien bei der Zusammensetzung einer Sportrasenmischung wird in der folgend Grafik für die Arten Lolium perenne und Poa pratensis dargestellt

Entwicklung des Sortenangebotes bei Lolium perenne und Poa pratensis nach Eignungsnoten für Strapazierrasen RSM 2.1
Sortenangebot für Gebrauchs- und Spielrasenmischungen nach RSM 2.3

 

Leider werden auch heute noch landwirtschaftliche Futtergräser statt guter Rasensorten eingemischt; wie z.B. Einjähriges Weidelgras (Lolium westerwoldicum), Welsches Weidelgras (Lolium multiflorum italicum) oder Wiesenschwingel (Festuca pratensis). In der Landwirtschaft werden diese Gräser wegen ihrer Frohwüchsigkeit und schnellen Massenbildung genutzt.
Diese Eigenschaften werden im Rasenbereich gerade nicht gefordert. Deshalb sind derartige Mischungskomponenten für eine gute Rasenqualität eher abträglich. Sie dienen lediglich dazu, die Rasenmischung billig zu machen.
Die mögliche vordergründige Einsparung beim Kauf der Rasenmischung wird dann später durch die nicht vorhandene Rasenqualität teuer bezahlt.

« zurück

 

 

© 2017 Deutsche Rasengesellschaft e.V. (DRG) Telefon 0228-81002 35

Artikelarchiv:
Unsere Artikelsammlung wird seit 1999/2000 monatlich mit einem neuen Beitrag zum Thema Rasen versehen.
Artikelarchiv öffnen