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Rasenthema: Januar 2000

Autor: ©Dr. Harald Nonn, WOLF/EUROGREEN Rasenforschung

Bespielbarkeit von Rasensportplätzen im Winter

Bespielbarkeit von Rasensportplätzen im Winter

Für die Bespielbarkeit von Rasensportplätzen hat der DFB u.a. in der 1998 erschienenen Broschüre "Erhaltung, Modernisierung, Erweiterung und Neubau von Sportplätzen" klare Aussagen getroffen. Die Entscheidung, ob gespielt wird oder nicht, obliegt der Sportplatzkommission. Diese setzt sich zusammen aus einem Beauftragten des Platzeigentümers (Kommune oder Verein), einem Vertreter der spielleitenden Stelle und einem Mitglied des Schiedsrichtergespanns.
Besonderen Wert ist auf eine frühzeitige Entscheidung der Bespielbarkeit zu legen, damit unnötige Zeitverluste und Kosten vermieden werden. Die Entscheidung soll bis 4 Stunden vor Spielbeginn getroffen sein, bei Vormittagsspielen am Vorabend des Spieltages. Sollten sich die Platzverhältnisse innerhalb dieses Zeitraumes entscheidend verschlechtert haben, so kann die Kommission das Spiel noch bis 2 Stunden vor Spielbeginn absagen. Bei einer Gefahr für die Gesundheit der Spieler kann der Schiedsrichter jederzeit das Spiel absagen.

Bei welchem Zustand des Platzes sollte wie entschieden werden?

Nässe, Reif, Frost, Eis, Schnee können die Nutzung von Rasensportplätzen einschränken. Oft kommt es bei ungünstigen Platzverhältnissen zu Schäden am Bodenaufbau und den Gräsern, die nur mit hohem, zusätzlichen Aufwand im nächsten Jahr zu beseitigen sind. Zudem müssen die Spiele der Rückrunde dann meist auf einem Spielfeld stattfinden, dass in Teilbereichen eher einem Acker als einem Rasen gleicht. Auch deshalb gibt die o.g. Broschüre Hinweise, wann eine Spielabsage anzuraten ist.
Mit der folgenden Tabelle möchten wir die DFB-Empfehlungen für die Nutzung von Rasenplätzen um die ein oder andere Empfehlung ergänzen. Als "Deutsche Rasengesellschaft" haben wir dabei besonders Partei für die Belange des Rasens ergriffen.

 

Situation Auswirkungen u. Entscheidung
a) Starke Nässe auf die Spieler
Starkes Rutschen; bei Pfützen unfaires Spiel auf den Platz
Boden wird stark verdichtet und uneben; stärkere Schäden an Gräsern Mögliche Entscheidung
Boden wird stark verdichtet und uneben; stärkere Schäden an Gräsern
b) Boden nicht gefroren, Rhaureif auf den Gräsern auf die Spieler
Rutschige Oberfläche, erhöhte Verlet-zungsgefahr auf den Platz
Blätter der Gräser werden zerstört (Schwarzfärbung im Frühjahr) Mögliche Entscheidung
Spiel möglich, aber starke Schä-den an den Gräsern
c) Boden gefroren, Eis auf die Spieler
Erhöhte Verletzungsgefahr beim Fal-len; kein Halt im Boden auf den Platz
Blätter der Gräser werden zerstört (Schwarzfärbung im Frühjahr); bei star-ker Bespielung auch totale Zerstörung der Pflanze (Lücken im Frühjahr); Mögliche Entscheidung
Spiel verschieben
d) Boden oberflächlich aufgetaut (Forst/ Tauwechsel auf die Spieler
Erhöhte Rutschgefahr; kein Halt im Boden, erhöhte Verletzungsgefahr auf den Platz
Sehr starke Schäden an Gräsern und Wurzeln Mögliche Entscheidung
Spiel verschieben
e) Schneeauflage weniger als 10 cm auf die Spieler
Rutschen; bei verharschter Oberfläche erhöhte Verletzungsgefahr (Schnitt-wunden); unebene Spielfläche auf den Platz
Schnee wird zusammengepreßt, Gräser ersticken, Tritte gelangen auch bis auf die Gräser und den Boden, siehe b) und c) Mögliche Entscheidung
Spiel verschieben
f) Schneeauflage mehr als 10 cm auf die Spieler
Einsinken in den Schnee; Rutschen; bei verharschter Oberfläche erhöhte Verletzungsgefahr (Schnittwunden) auf den Platz
Schnee wird zusammengepreßt, Gräser ersticken, Tritte gelangen auch bis auf die Gräser und den Boden, siehe b) und c) Mögliche Entscheidung
Spiel möglich, aber auch Schä-den am Platz

 

Was ist beim Schneeräumen / Auftauen zu beachten?
1) Schnee abräumen auf die Spieler
Siehe c) und d) auf den Platz
Siehe a), c) und d) Mögliche Entscheidung
Spiel eingeschrängt möglich
2) Verwenden von Salzen und Auftaumittel auf die Spieler
Mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung bei Eindringen in Wunden auf den Platz
Salzkonzentration kann Schäden verursachen Mögliche Entscheidung
Solche Mittel möglichst nicht verwenden

 

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