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Pflegemaßnahmen für den Sportrasen - Teil 3

Stufe 3: Regenerationspflege

Stufe 3: Regenerationspflege

In der dritten Stufe werden in Abhängigkeit vom Platzzustand nachhaltige Regenerationsmaßnahmen durchgeführt.
Ein Ablaufplan und die Möglichkeit zur Kombination der verschiedenen Maßnahmen sind in der Übersichtstabelle zusammengestellt (s.Tab. Regenerationsprogramm).

Tiefenlockerung

Im Sportrasenbereich wirkt die intensive Bespielung aber auch der Einsatz von Pflegegeräten auf die Lagerungsdichte der Rasentragschicht. Gerade die Bodenbeanspruchung bei ungünstigen Witterungsbedingungen verursacht im Substrat bzw. im Bodenhorizont Verdichtungen.
Sobald sich Schichten unterhalb von 8 - 10 cm bilden, reichen übliche Aerifiziergeräte nicht mehr aus, um einen Lockerungseffekt zu erreichen.
In diesen Fällen führt eine Tiefenlockerung mit dem Vertidrain-Gerät nachweislich zur Erhöhung der Durchlässigkeit und zur Optimierung der Durchwurzelung da die Arbeitswerkzeuge bis zu einer Tiefe von 30 - 40 cm reichen.
Tiefenlockeungsmaßnahmen sollten nach vorhergegangener Prüfung des Verdichtungsgrades mittels Handpenetrometer in den notwendigen Abständen durchgeführt werden.
Je nach Substrat (Boden) und Nutzungsintensität werden dies Arbeiten jährlich bzw. alle 2 - 3 Jahre erforderlich.
Neben dem Vertidrain-Gerät eignen sich auch andere Tiefenlockerer und sogenannte Tiefenschlitzgeräte zur Bearbeitung des gesamten Bodenaufbaus.
Eine Sonderstellung nimmt dabei das Fischer-Tiefenbohrgerät ein, da es primär für eine vertikale Wasserabführung sorgt, aber beim gleichzeitigen Ausheben der Bohrköpfe auch einen Lockerungseffekt ausübt.

Nachsaat

Eine Verbesserung des Pflanzenbestandes erreicht man durch Nachsaat mit leistungsfähigen Sorten aus dem Angebot der strapazierfähigen Art Lolium perenne. Sofern die Rasennarbe komplett zerstört ist und kaum ein Restbestand an Gräsern vorhanden ist (Strafraum / Mittelachse des Spielfeldes) bietet sich auch die Sportrasenmischung RSM 3.1 mit Poa pratensis und Lolium perenne an. (siehe Gräser / Mischungen).

Wichtig für den Erfolg der Nachsaat auf dem Sportplatz ist die Art der Saattechnik. Es reicht nicht das Saatgut mit dem Streuwagen oder von Hand auf die offenen Flächen zu streuen.
In der Praxis haben sich spezielle Schlitznachsaatgeräte, Perforationsgeräte oder
Spikeseeder bewährt.
Vorteilhaft für die Keimentwicklung ist dabei der Bodenschluss und die damit verbundene, gleichmäßige Feuchtigkeit, die über entsprechende Beregnung vorgegeben wird.
Nachsaaten sollten zur jährlichen Routine in der Sportplatzpflege zählen, da nur auf diese Weise die stark strapazierten Teilbereiche des Platzes mit einem Gräserbestand erhalten werden können. Nachsaaten dienen auch der Bestandsveränderung zu Lasten der unerwünschten Art Poa annua.

Wurzelaktivierung

Die Stimulierung des Wurzelwachstums läßt sich durch geeignete Nährstoffe und die Einarbeitung von Bodenhilfsstoffen zusätzlich fördern. Wurzeln vernetzen und stabilisieren den Boden und schützen ihn dauerhaft.
Ein dichtes, tiefgreifendes Wurzelwerk ist die Basis für die nachhaltige Strapazierfähigkeit von Sportrasen.

In Verbindung mit mechanischen Bodenbearbeitungen (Aerifizieren, Tiefenlockerung) können mineralische oder organische Bodenhilfsmittel ausgebracht werden. Mit dem Schleppnetz oder geeigneten Bürsten werden die Materialien in die Narbe und in die Löcher eingearbeitet.
Das Wirkspektrum der angebotenen Produkte wird sehr vielfältig ausgelobt.

Regenerationsprogramm eines Sportplatzes nach starken Narbenschäden (Termin: Sommerspielpause)

Maßnahme / Arbeitsschritte Richtwerte / Hinweise Mengen / 7000m²
Kurzschnitt auf ca. 2 cm  
Vertikutieren Filz abkeheren  
Aerifizieren 400 Loch / m²  
Tiefenlockerung
(im Bedarfsfall)
z.B.Einsatz Vertidrain Gerät Terraspike Terramat 150 - 250 Loch/m²
Düngen Startdüngung NPK 25- 40 g/m² 175 - 280 kg
Nachsaat RSM 3.2 20- 25 g/m² 140 175 kg
Besanden Sandkörnung 0 -2 mm 5 l / m² 35 m³ (ca. 56 t)
Abschleppen Gliederschleppnetz Rasenigel
Bewässern Boden feucht halten 2 -5 mm permanent in Keimphase 2 - 5 l /m²
14 - 35 m³
Platzsperre Bis zu 6 Wochen  
Schnitthöhe 4 - 5 cm Drittel-Regel beachten  
Nachdüngung N-betonter NPK-Dünger mit Langzeitwirkung zur Bestockung u.Etablierung 200 - 300 kg


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