Deutsche Rasengesellschaft e.V. DRG

Erneuerung alter Rasenflächen

Der alte Rasen sieht unschön aus, hat viele Lücken und Flecken, ist vermoost, verunkrautet, hat kaum noch Gräser oder die falschen Gräser. Kurzum: Er muss erneuert werden. Aber wie?
Viele Rasenbesitzer zögern leider immer noch bei der Erneuerung der o.a. "Rasen"-flächen, da Sie den hohen Aufwand des Umgrabens/Umfräsens fürchten. Dabei ist die Rasenerneuerung ohne Umgraben bereits seit über 2 Jahrzehnten bekannt.

Rasenerneuerung ohne Umgraben

Entscheidend für den Erfolg dieses Systems der umbruchlosen Rasenerneuerung sind

  • das genaue Einhalten der Arbeitsschritte
  • die Verwendung besten Rasensaatguts
  • die gute Nährstoffversorgung der jungen Gräser

Am günstigsten planen Sie die Erneuerung Ihres Rasens in dem Zeitraum zwischen Mai und September. Wenn Sie dann wie nachfolgend beschrieben vorgehen, kann nichts mehr schief gehen:

1. Tief mähen
Den alten Rasen in der niedrigsten Schnitteinstellung des Rasenmähers so tief wie möglich herunter mähen. Dies schwächt den Altbestand und gibt den neuen Rasengräsern bessere Startchancen. Das Mähgut wird restlos entfernt.

2. Vertikutieren
Der kurze Rasen wird nun gründlich vertikutiert, und zwar mehrmals in Längs- und in Querrichtung. Je gründlicher das geschieht, umso besser, denn nur so bekommt der neue Rasensamen überall Bodenkontakt und hat gute Keim- und Entwicklungsbedingungen.
Falls die Fläche stark verunkrautet oder mit Ungräsern durchsetzt ist, empfiehlt sich der vorherige Einsatz eines flüssigen Totalherbizids (Unkrautvernichters). Hiermit werden alle lebenden Gräser und Unkräuter, auch die sogenannten Problemunkräuter wie z.B. Ehrenpreis-Arten, wirksam bekämpft. Bitte beachten Sie bei der Auswahl des Mittels die behördlichen Auflagen und Anwendungshinweise sehr genau. Vor allem muss eine rasche Nachsaat nach Einsatz des Mittels möglich sein.

Nach der Bearbeitung der Fläche können Sie, falls notwendig, auch noch kleinere Korrekturen der Bodenoberfläche durch Auf- oder Abtrag von Oberboden vornehmen.

Bei größeren Erdbewegen, z.B. bei der Neugestaltung eines Gartens oder Bodenauf- oder Abtrag von 20 und mehr cm, sollten die Empfehlungen zur Neuanlage eines Rasens beachtet werden.

3. Starter-Dünger und Saatgut streuen
Nun müssen der phosphorbetonte Starter-Dünger und das spezielle Rasensaatgut nacheinander gleichmäßig auf der vorbereiteten Fläche verteilt werden. Verwenden Sie dazu am besten einen Streuwagen, denn je gleichmäßiger beides ausgestreut wird, umso besser ist das Ergebnis. Fehlstreuungen vermeiden Sie, indem der Dünger in Längs- und der Samen in Querrichtung ausgebracht werden.

4. Abdecken
Für einen guten Bodenschluss des Saatgutes wird nun Torf oder ein anderes ungedüngtes Substrat gleichmäßig maximal 0,5 cm dick auf die eingesäte Fläche mit dem Rechen verteilt. So wird das Saatgut geschützt. Außerdem zeigt Torf, wenn er hell wird an, dass die neue Rasenfläche wieder beregnet werden muss.

5. Beregnen
Die Keimung der verschiedenen Rasengräser in einer Mischung verläuft unterschiedlich lang. Während Deutsches Weidelgras innerhalb von gut einer Woche keimt, benötigt Rotschwingel fast 2 Wochen und Wiesen- und Lägerrispe gut 3 Wochen. In dieser Zeit können die Keimlinge ihren hohen Wasserbedarf noch nicht durch ein perfektes Wurzelsystem decken, dieses muss sich erst noch ausbilden. Daher ist in diesen ersten 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat eine geregelte Wasserversorgung entscheidend für den Erfolg. Die obere Bodenschicht muss stets genügend Feuchtigkeit enthalten, damit die empfindlichen feinen Rasenkeimlinge nicht austrocknen.
Daher muss bei trockener Witterung vier- bis fünfmal täglich für ca. zehn Minuten beregnet werden. Bereits nach vier bis sieben Tagen sehen Sie das erste Ergebnis in Form von zarten, grünen Hälmchen. Trotzdem müssen Sie jetzt die Bewässerung kontinuierlich weiterführen.

Weitere Pflege

Damit der so erneuerte Rasen weiterhin prächtig gedeiht und dauerhaft schön bleibt, muss er weiterhin fachgerecht gepflegt werden.

Etwa 6 Wochen nach der Rasenerneuerung erfolgt eine Düngung mit einem speziellen Rasenlangzeitdünger. Diese Nährstoffzufuhr ist sehr wichtig für die jungen Rasengräser, damit sie sich weiter bestocken, Blattmasse bilden und den Rasen dicht machen.

Die weiteren Pflegemaßnahmen Mähen, Düngen, Wässern, Moos und Unkraut beseitigen erfolgen wie im Kapitel "Rasenpflege" beschrieben.


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