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Aktuelles: Heidelberger Rasentag

Heidelberger Rasentag erstmalig in Ladenburg

Autor: Dr. Michael Schlosser, Vorsitzender Heidelberger Rasentage e.V.

Am 06. Mai 2010 fand im Domhof-Saal in Ladenburg der 32. Heidelberger Rasentag statt. Herrschten beim letzten Rasentag im Mai 2008 zum Thema „Rasenpflege unter dem Einfluss der Klimaveränderung“ an der LVG Heidelberg noch tropische Temperaturen, so war das Wetter in diesem Jahr deutlich weniger einladend, es hielt aber die interessierten Fachleute nicht von der Teilnahme ab.

Die alle zwei Jahre vom Verein Heidelberger Rasentage e.V. in Zusammenarbeit mit der LVG Heidelberg durchgeführte Vortragsveranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Thema „Pro und Contra Natur- und Kunstrasen - Entscheidungshilfen für die Planung/Anschaffung“.

 

Heidelberger Rasentag erstmalig in Ladenburg Die Referenten der 32. Heidelberger Rasentage mit einem kleinen Gast-geschenk nach den Vorträgen, v.li. Herr Jochen Watermann, Herr Prof. Gert Bischoff, Herr Dr. Klaus Müller-Beck, Herr Kurt Seegmüller, Herr Dr. Clemens Mehnert und Herr Molitor als Mitorganisator in Ladenburg

 

Nach der Begrüßung durch den 1.Vorsitzenden der Heidelberger Rasentage, Herrn Dr. Michael Schlosse,r präsentierten Herr Jochen Watermann von der Fa. May Landschaftsbau GmbH & Co. KG, Feldkirchen und Herr Prof. Gert Bischoff von der  Fachhochschule Erfurt, Fachrichtung Landschaftsarchitektur die Ergebnisse einer Untersuchung zur Nutzerzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit von Kunststoffrasenflächen im Vergleich zu Naturrasenspielfeldern. Die Untersuchung wurde im Rahmen der Diplomarbeit von Herrn Watermann durchgeführt. Bei den Schlussfolgerungen bezüglich der Wirtschaftlichkeit bleibt festzustellen, dass Kunststoffrasenplätze grundsätzlich pro Nutzungsstunde teurer sind, aber eine wesentlich höhere Nutzungsintensität erlauben und witterungsunabhängiger sind. Die Pflege von vier bis fünf Stunden pro Woche und einer zusätzlichen Intensivreinigung/Jahr darf jedoch nicht unterschätzt werden.
Eine durchgeführte Spielerbefragung ergab, dass diese eindeutig den Naturrasen bevorzugen. Herr Prof. Bischoff kam zu dem Fazit, dass Kunststoffrasenplätze eine gute Alternative zu Tennenplätzen bieten, den Naturrasen jedoch sicher nicht ersetzen können.

Herr Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft, betrachtete anschließend in seinem leidenschaftlichen Vortrag das Leistungsspektrum des Naturrasens unter Berücksichtigung ästhetischer und ökologischer Aspekte.
Neben der Ökobilanz beim Vergleich von Kunststoff- und Naturrasenspielfeldern beleuchtete Herr Dr. Müller-Beck auch verschiedenste Eigenschaften des Naturrasens wie z.B. Temperaturausgleich, Luftfilterung, Brandschutz und  Wasserfilterung. Auch zu den Themen Hygiene, Verletzungsgefahr und Kraftabbau wusste er einige interessante Fakten zu berichten. Sein Resümee: „Rasengräser sind sowohl Partner für gesunde Sport- und Freizeitaktivitäten als auch Bestandteile der Natur, die für günstige Umweltbedingungen sorgen. Gräser sind mehr als ein Baumaterial – Rasengräser bilden eine Vegetationsdecke!“

Herr Kurt Seegmüller von der Gebr. Becker GmbH, Taunusstein betrachtete die verschiedenen Sportplatztypen aus der Sicht des Sportplatzbauers. Er konnte für beide Systeme jeweils Vor- und Nachteile aufzeigen, wies jedoch darauf hin, dass eine Bedarfsanalyse Grundlage der Entscheidung für das eine oder das andere System sein muss. Je nach Nutzungsintensität, Nutzungsart und klimatischen Bedingungen sei abzuwägen, ob die Entscheidung für Natur- oder Kunststoffrasen ausfällt.

In seinem Vortrag zum Thema „Umbau von Tennenplätzen in Rasensportplätze - Voraussetzungen für eine erfolgreiche und kostengünstige Maßnahme“ berichtete Herr Dr. Clemens Mehnert, Sachverständiger für Vegetationstechnik, Mindelheim, über die Möglichkeit, auch mit geringerem Budget eine hochbelastbare Sportrasenfläche zu erstellen. Wichtig sei es jedoch, im Vorfeld der Durchführung sicherzustellen, dass die Anforderungen hinsichtlich Wasserdurchlässigkeit, Lagerungsdichte des Substrates, notwendiger Pflege und Nutzungsintensität erfüllt werden.

Nach der Mittagspause wurden im nahegelegenen Römerstadion durch die Fa. Robotstore, Mannheim Mähroboter in verschiedensten Größen vorgestellt. Die Fa. Raiffeisen führte Maschinen zur Pflege/Regeneration von Naturrasenflächen und zur Pflege von Kunststoffflächen vor. Trotz strömenden Regens scharten sich die Teilnehmer interessiert um die zahlreichen Geräte und erhielten Antworten auf alle gestellten Fragen.

 

 

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