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Wie finde ich die richtige Rasenmischung
für den strapazierfähigen Hausrasen?

Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V.

 

Jetzt zum Frühjahr sind wieder zahlreiche Rasenbesitzer und neue Gartenfreunde auf der Suche nach der richtigen Rasenmischung, entweder für die Neuanlage oder aber auch für die Nachsaat des vom Winter geschädigten Rasens.

Bei der großen Vielfalt der angebotenen Mischungen kommt es nicht so sehr auf die Packungsabbildungen an, sondern vielmehr auf die Zusammensetzung der Rasenmischung.
Die Angaben der Gräserarten und Gräsersorten sind gesetzlich vorgeschrieben. Diese wichtigen Informationen findet der Verbraucher auf dem grünen Saatgut-Etikett, meist am Boden der Packung. Bei den preiswerten Schlauchbeuteln sind diese Angaben in der Regel in einem grünen oder weißen Feld direkt auf die Folie gedruckt.
Weitere Info siehe auch: www.rasengesellschaft.de/content/rasenthema/2009/3.php

Was sollte drin sein

Für den strapazierfähigen Hausrasen werden Rasenmischungen mit den Arten: Festuca rubra (Rotschwingel), Lolium perenne (Deutsches Weidelgras) und Poa pratensis (Wiesenrispe) angeboten. Bei einer Mischung aus ca. 40 Gew.- % Festuca rubra, 30 Gew.-% Lolium perenne und 30 Gew.-% Poa pratensis entwickelt sich je nach Bodenart und Nährstoffverfügbarkeit ein standortangepasster Rasenbestand. Bei sandigen, mageren Böden entsteht eher ein Festuca dominanter Rasen, auf dem  bindigen (lehmigen), oft nährstoffreichem Boden bildet sich ein Lolium dominanter Rasenbestand aus, der besonders strapazierfähig ist.

 

Muster für Saatgut-Etikett Rasenmischung.
Abb.: Muster für Saatgut-Etikett Rasenmischung.

 

Gute Mischungen im Handel berücksichtigen bei der Zusammensetzung die Vorgaben der „Regel-Saatgut-Mischungen“, die als RSM-Typenliste jährlich von der FLL herausgegeben wird. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Rasengesellschaft werden für den Hausrasen die Mischungen RSM Typ 2.2 (Gebrauchsrasen – Trockenlagen) und RSM Typ 2.3 (Gebrauchsrasen – Spielrasen) mit den jeweiligen Arten und Sorten beschrieben.

 

Mischungs-Typ RSM 2.3

 

Der Mischungs-Typ RSM 2.3 gilt  als Standard-Mischung für den Hausrasen.
Dabei sollte etwa folgende Zusammensetzung auf dem grünen Etikett der Saatgutpackung angegeben sein. Bei den jeweiligen Arten können mehrere Sorten enthalten sein.

RSM Typ 2.3 Gebrauchsrasen - Spielrasen:

20 %  Festuca rubra commutata, Horstrotschwingel
10 %  Festuca rubra trichophylla, Rotschwingel m. kurzen Ausläufern
10 %  Festuca rubra rubra,  Ausläuferrotschwingel
30 %  Lolium perenne, Deutsches Weidelgras
30 %  Poa pratensis, Wiesenrispe

Für einen Schattenrasen wird bei dieser Mischung ein Anteil von mindestens
5 % der Grasart Poa supina (Lägerrispengras)  zu Lasten von Festuca rubra rubra eingemischt.

Für besonders trockene Lagen wird der Mischungs-Typ 2.2 (Gebrauchsrasen – Trockenlagen) in zwei Varianten folgendermaßen von der FLL definiert.

RSM Typ 2.2 Variante 1 Gebrauchsrasen-Trockenlagen: 

25 %  Festuca rubra commutata Horstrotschwingel
10 %  Festuca rubra trichophylla Rotschwingel m. kurz. Ausläufern
10 %  Festuca rubra rubra Ausläuferrotschwingel
15 %  Festuca ovina Gemeiner Schaf-Schwingel
30 %  Poa pratensis Wiesenrispe

Eine besonders hitze- und trockenheitsverträgliche Mischung liefert der Typ RSM 2.2 Var.2.

RSM Typ 2.2 Variante 2 Gebrauchsrasen-Trockenlagen auch bei Halbschatten: 

70 % Festuca arundinacea Rohr-Schwingel
10 % Lolium perenne Deutsches Weidelgras
20 % Poa pratensis Wiesenrispe

Regel-Saatgutmischung

 

Eine derartige Mischung wird im Handel auch als „Mediterran-Rasen“ angeboten.
Damit sich aus der Mischung ein homogener Rasen entwickeln kann, sollte der Mindestgehalt von 70 % Festuca arundinacea eingehalten werden.
Beim Angebotsvergleich von Rasenmischungen sollte darauf geachtet werden, dass die Mischungskomponenten möglichst den Werten für den Spielraum entsprechen (s. Tabelle).

 

Art Mischungsanteil in Gewichts-% Mindesteignung
Sorte
Regelwert Spielraum
Festuca rubra commutata 20

10 – 30

6
Festuca rubra rubra 10

5 – 15

5

Festuca rubra trichophylla 10 5 – 15 7
Lolium perenne 20

15 –25

7
Lolium perenne 10 5 – 15 6
Poa pratensis 20 10 – 30 7
Poa pratensis 10 5 – 15 6

Tabelle: Zusammensetzung der Rasenmischung Typ RSM 2.3 Gebrauchsrasen – Spielrasen mit Arten-Anteilen für den Regelwert und den möglichen Spielraum für die Mischung sowie den Anforderungen für die Mindesteignung der Sorten (nach FLL, 2017).

ww.fll.de/shop/catalogsearch/result/?q=RSM+2017

Für den Rasenfachmann bietet die „Beschreibende Sortenliste Rasengräser“ des Bundessortenamtes die zusätzlichen Informationen für die Beurteilung der Sorteneignung.
www.bundessortenamt.de/internet30/fileadmin/Files/PDF/bsl_rasengraeser_2014.pdf

 

Regel-Saatgutmischung

 

 

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