Deutsche Rasengesellschaft e.V. DRG

 

Aktuelles:
„Bürger bewegen Grün“
Ein Bericht zum 5. FLL Forschungsforum Landschaft

 

Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Ehrenmitglied Deutsche Rasengesellschaft e.V.

Networking in der grünen Branche

Das Leitthema „Bürger bewegen Grün“ bestimmte das Programm zum 5. Forschungsforum Landschaft, dass die FLL gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und weiteren unterstützenden Partnern am 3. und 4. März 2016 in Bonn veranstaltete.

 

Erläuterungen zu praktischen Rasenversuchen auf einer Golfanlage
Abb.1:
Begrüßung der Teilnehmer des 5. Forschungsforums Landschaft im Haus des Bundesamtes für Naturschutz BfN, in Bonn. (Foto: K.G. Müller-Beck)

 

Das Forschungsforum Landschaft, als Netzwerk für Forschung und Praxis, insbesondere für die Landschaftsarchitektur und den Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, wird alle zwei Jahre angeboten. Es bietet Gelegenheit, den Gedankenaustausch zwischen jungen und erfahrenen Wissenschaftlern sowie zu den Praktikern zu beleben. Dabei lassen sich Konzepte diskutieren und zukunftsweisende Projekte verabreden.  
Mit etwa 70 Teilnehmern war die Tagung in Bonn gut besucht, allerdings hatten die Veranstalter (FLL und BfN) auf eine größere Resonanz gehofft!

Berücksichtigung von Bürgerwünschen

Vor dem Hintergrund einer veränderten Erwartungshaltung der Bürger bezüglich der Verfügbarkeit von Natur- und Grünflächen, bot das 5. Forschungsforum Landschaft der FLL, unter dem Leitthema  „Bürger bewegen Grün“,  ein hoch aktuelles und breit angelegtes Programm an.
www.fll.de/leistungsprofil/forschungsforum-landschaft/5-ff-landschaft-2016.html

 

Teilnehmer am
Abb. 2:
Teilnehmer am 5. Forschungsforum Landschaft in Bonn . (Foto: K.G. Müller-Beck)

 

In vier Themenblöcken wurde das Programm zusammengestellt, sodass unterschiedliche Perspektiven bei der Erarbeitung des übergeordneten Themas „Bürger bewegen Grün“ gewährleistet waren.

Folgende Kernbereiche wurden durch die Referenten vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert:

  • „Methodische Ansätze und Kriterien für  eine Bürgerbewegung“;
  • „Forscher bewegen Grün, offenes Forum“;
  • „Chancen und Risiken einer Bürgerbewegung“;
  • „Projekte mit Verantwortung, Praktische Beispiele“.

Fachliche Begleitung

Im Eingangs-Referat „Naturbewusstsein und Umweltgerechtigkeit – zentrale Elemente für bürgerschaftliches Engagement im Naturschutz“, sprach die Präsidentin des BfN, Prof. Dr. Beate Jessel, von einem zunehmenden Bewusstsein für biologische Vielfalt innerhalb der Bevölkerung, dies ginge aus den Naturbewusstseins-Studien des BfN hervor.
Sie machte deutlich, dass dem Thema Umweltgerechtigkeit im BfN ein besonderer Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt zukommt. Hier nannte sie als Handlungsfelder Naturerfahrungsräume sowie urbane Gärten in Verbindung mit Bürgerengagement. Sie verwies auf die Initiative „Grün in der Stadt für eine lebenswerte Zukunft“!
(Siehe:www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/gruen_in_der_
stadt_kongress_broschuere_bf.pdf
)

Praktische Beispiele

Mit dem Thema „Urbane Gemeinschaftsgärten am Beispiel Gropiusstadt“ stellten die Referenten Elizabeth Calderon Lüning (Common Grounds e.V.) und Lutz Mertens (degewo Berlin) ein aktuelles Beispiel zur Bürgerbeteiligung vor.
Die Begleitung des Gemeinschaftsgartens in der Gropiusstadt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie dem Umweltbundesamt im Rahmen des von Common Grounds e.V. initiierten Projekts "LebensMittelPunkt – Integration von Gemeinschaftsgärten in Lebens- und Wohnräume" gefördert.

Aufmerksam und gespannt lauschten die Tagungsteilnehmer als letztem Referenten dem OB Richard Arnold, der zusammen mit dem Geschäftsführer der LGS Schwäbisch Gmünd 2014, Karl-Eugen Ebertshäuser, die Planungen und Bürgerbeteiligungen im Zuge der Landesgartenschau engagiert vortrug. Schwäbisch Gmünd, eine LGS mit Bürgerbeteiligung, das konnten Arnold und Ebertshäuser an den praktischen Beispielen erläutern. Die meisten Projekte bereichern jetzt die Stadt dauerhaft. Mit dem Flusspark an der Rems, in Verbindung mit einem „Strand-Feeling“, holten die Stadtplaner die Natur in die Stadt zurück. „Erdenreich“ nennen sie diesen Teil der Landesgartenschau. Darüber hinaus legten sie als „Himmelsleiter“ einen Waldlehrpfad an, der den neuen Stadtgarten mit einem Höhengarten verbindet. Mit den Spenden der Bürger für die einzelnen Treppenstufen wurde ein neuer Turm als „Himmelsstürmer“ erbaut, von dem man jetzt stolz kilometerweit ins Remstal blicken kann.

Anschauliche Poster

Mit einer Poster-Präsentation wurden die Vortragsthemen ergänzt. Für die beteiligten Institutionen hatte die FLL eigens einen Poster-Wettbewerb ausgelobt, bei dem die drei attraktivsten Darstellungen von einer Jury ausgewählt und von der FLL honoriert wurden.
Platz 1 belegte die Hochschule Neubrandenburg mit dem Thema: „Grünflächenpflege zwischen Notwendigkeit, Möglichkeit und Anspruch.“
Platz 2 erzielte die LWG Veitshöchheim mit dem Thema: „Mittelstreifenbegrünung von Verkehrswegen“.
Platz 3 ging an die Landwirtschaftskammer NRW, Bildungszentrum Münster Wolbeck, mit dem Thema: „Trockenheits- und Hitzetoleranz von Stadtbäumen im Klimawandel“ (Autoren: Sepp Herrmann und Peter Uehre).

 

Poster von Frau Prof. Dr. Elke Mertens, Hochschule Neubrandenburg
Abb. 3: Auf Platz eins wählte die Jury das Poster von Frau Prof. Dr. Elke Mertens, Hochschule Neubrandenburg, mit dem Titel: „Grünflächenpflege zwischen Notwendigkeit, Möglichkeit und Anspruch.“
(Fotos: K.G. Müller-Beck)
Poster mit dem Titel: „Mittelstreifenbegrünung von Verkehrswegen“
Abb. 4: Mit Platz zwei bewertete die Jury das Poster mit dem Titel: „Mittelstreifenbegrünung von Verkehrswegen“ von Kornelia Marzini, Bayer. Landesanstalt für Weinbau + Gartenbau, LWG Veitshöchheim. Der Leiter der Abteilung Landschaftspflege (zukünftig Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau), Jürgen Eppel, nahm die Urkunde stellvertretend in Empfang.

 

Natur in die Stadt holen

Mit dem vorgestellten Poster: „Natur in graue Zonen – eine Kampagne zur naturnahen Begrünung innerstädtischer Firmengelände“, konnte das Team von WILA beim 5. FLL Forschungsforum Landschaft den Poster-Publikumspreis in Empfang nehmen.

 

Publikumspreis
Abb. 5:
Der Publikumspreis der Poster-Präsentation ging an die Gruppe Wissenschaftsladen Bonn e.V. (WILA) für das Poster mit dem Titel: „Natur in graue Zonen“. (www.wilabonn.de/de/ ) Prof. Martin Thieme-Hack überreichte die Urkunde an das Autoren-Team Michaela Shields und Birgit Netz-Gerten (Dr. Anke Valentin nicht im Bild). (Foto: K.G. Müller-Beck)

Fazit und Ausblick

Das Format dieser Vortrags- und Poster-Veranstaltung ist durchaus geeignet, die Kollegen der Universitäts- und Hochschul-Institute zusammenzubringen und den Wissenstransfer untereinander sowie zur Praxis zu fördern. Gerade wenn es darum geht, größere Projekte zu bearbeiten, eignen sich interdisziplinäre Verbindungen, die bevorzugt bei dieser Tagung geknüpft werden konnten. Auch die organisierte Abendveranstaltung bot zusätzlichen Raum zum gegenseitigen Kennenlernen und für weiter führende Gespräche!

Die Deutsche Rasengesellschaft e.V. unterstützt weiterhin dieses Forschungsforum Landschaft; denn wie sich bei der Tagung herausstellte, haben Rasenflächen im öffentlichen Grün auch zukünftig eine nicht zu unterschätzende Funktion bei der Bewertung des „Wohlfühl-Charakters“ im urbanen Raum.

Zusätzliche Erläuterungen und Hinweise auf die Tagungsunterlagen finden Sie auf der FLL-Homepage:  www.fll.de/leistungsprofil/forschungsforum-landschaft/5-ff-landschaft-2016.html

Urban Gardening: „Vom Ich zum Wir zum Alle“! 

ANONYMUS 2015:
Urban Gardening in der Gropiusstadt
www.degewo.de/content/de/Wohnen/_2-4-Stadtteilmanagement/Projekte/Gropiusstadt.html

ANONYMUS, 2015:
Grün in der Stadt – Für eine lebenswerte Zukunft.
www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/gruen_in_der_
stadt_kongress_broschuere_bf.pdf

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