Deutsche Rasengesellschaft e.V. DRG

 

Aktuelles: demopark/demogolf 2013

Gräserarten mit neuen Eigenschaften bei Sonderschau Rasen in Eisenach

Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, DRG Vorsitzender, Warendorf

 

Mit der Sonderschau Rasen bot die „demopark/demogolf“ den Besuchern in Eisenach auch 2013 wieder eine gute Gelegenheit, die vielfältigen Facetten des Rasens in der Praxis zu erleben.

Die umfangreichen Vorbereitungen und die regelmäßige Pflege der 4000 m² großen Rasenfläche durch den Greenkeeper des Golfclubs Eisenach,  bescherte den Besuchern eine übersichtliche und eindrucksvolle Präsentation der Rasenparzellen.

Gräserarten und Sorten in der Vergleichsschau

Als Grundlage einer dauerhaften Rasenfläche stehen naturgemäß die Gräserarten und die Leistungen der Gräsersorten im Mittelpunkt der Bewertung von Rasenmischungen. Hierzu wurde in Eisenach ein umfangreiches Sortiment von Rasengräsern als Reinsaat und in der Mischung angelegt.

 


Erläuterungen  zu den Eigenschaften der neuen Sorten des Ausläuferbildenden Deutschen  Weidelgrases.
Erläuterungen zu den Eigenschaften der neuen Sorten des Ausläuferbildenden Deutschen Weidelgrases.
Reihenansaaten  mit verschiedenen Sorten vom  Ausläuferbildenden Deutschen Weidelgras.
Reihenansaaten mit verschiedenen Sorten vom  Ausläuferbildenden Deutschen Weidelgras.

 

Als jüngste Neuentwicklung bei Lolium perenne wurde eine Ansaat mit Ausläuferbildendem Deutschen Weidelgras (Regenerating Perennial Ryegrass = „RPR“) im Vergleich zum Standard gezeigt. Diese neuen Gräsertypen des Deutschen Weidelgrases bilden oberirdische Ausläufer (Pseudostolone) aus, die dazu dienen, bei einer hohen Weidelgras-Dominanz im Bestand, die Lücken in der Rasennarbe besser zu schließen. Im Sportrasen liefern sie eine optimale Ergänzung zu den Rhizomen der Wiesenrispe (Poa pratensis).
Im Block der Weidelgräser wurden neben den neuen Sorten des Deutschen Weidelgrases (Lolium perenne) auch die neuen Gräsertypen des Einjährigen Weidelgrases (Lolium multiflorum var. westerwoldicum) berücksichtigt. Beim Deutschen Weidelgras waren darüber hinaus drei Sorten des tetraploiden Gräsertyps enthalten, die sich von Futtertypen ableiten und ähnliche Eigenschaften aufweisen, wie sie bei den Einjährigen Weidelgräsern zu beobachten sind. Diese zeichnen sich nämlich durch eine sehr rasche Keimung auch bei niedrigen Temperaturen (ab 4° C) aus.

Für die Nachsaaten während der Winterspielperiode nutzen die Stadion-Greenkeeper Regenerationsmischungen mit Lolium multiflorum (z. B. die SOS-Mischung), da durch die Bodenheizung im Stadionrasen die Mindesttemperaturen für die Keimung erreicht werden können.

 

Parzellen mit <em>Lolium multiflorum</em> nach einem Winter. Im vorderen Teil nachgesät im  Frühjahr, im hinteren Teil stark ausgedünnt.
Parzellen mit Lolium multiflorum nach einem Winter. Im vorderen Teil nachgesät im Frühjahr, im hinteren Teil stark ausgedünnt.
Dichte, feinblättrige Rasennarbe  des tetra-ploiden Deutschen Weidelgrases <em>Lolium  perenne.</em>
Dichte, feinblättrige Rasennarbe des tetra-ploiden Deutschen Weidelgrases Lolium perenne.

 

Begrünung in der freien Landschaft
Neben den reinen Gräservarianten für die Rasennutzung konnten sich die Besucher auch einen Eindruck zur Entwicklung von Kräutermischungen verschaffen. Neben den Neuansaaten waren Demonstrationsparzellen zur mehrjährigen Sukzession von Gräser-Kräutermischungen besonders aufschlussreich.

Erstmalig wurden bei der demopark in Eisenach auch Flächen außerhalb der Rasenanlage mit „Regiosaatgut“ angesät, sodass Fachbesucher, die sich für die Ansaat in der freien Natur interessierten, praktische Beispiele einer jungen Ansaat bewerten konnten.

 

Entwicklung einer mehrjährigen Kräuteransaat am Standort Eisenach
Entwicklung einer mehrjährigen Kräuteransaat am Standort Eisenach.
 Entwicklung  verschiedener Frühjahrsansaaten (Mai)   mit „Regiosaat“ bei der demopark Eisenach 2013
Entwicklung verschiedener Frühjahrsansaaten (Mai)  mit „Regiosaat“ bei der demopark Eisenach 2013


Für zahlreiche Verwender von Mischungen des Landschaftsrasens Typ RSM 7 oder der Biotopentwicklungsflächen Typ RSM 8 wird es zukünftig eine Neuorientierung geben, wenn es darum geht, Flächen in der freien Natur zu begrünen.

Zum Thema „Gebietseigenes Saatgut“ bearbeitet derzeit ein FLL-Regelwerksausschuss ein neues Regelwerk, das unter dem Arbeitstitel „Empfehlungen für Begrünungen mit gebietseigenem Saatgut“ im Herbst 2013 veröffentlicht werden soll.

 

Alle Fotos: Deutsche Rasengesellschaft, DRG

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