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Aktuelles: WM-Ball 2014 rollt auf Bermudagrass


Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft

 

Die ersten Tore der deutschen Nationalmannschaft sind bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien gefallen und der Sieg hat alle Freunde des Fußballs begeistert. Der Mannschaftsgeist und die Teambildung aus dem Trainingslager wurden ausdrücklich gelobt.

Zur guten Vorbereitung gehörte auch der frisch angelegte Trainingsplatz im Campo Bahia. Bereits bei der WM 2006 hatte das DRG-Vorstandsmitglied Rainer Ernst die Verantwortung zusammen mit Engelbert Lehmacher für den WM-Rasen als FIFA-Rasenkompetenz-Team übernommen. Die Planung und  Anlage des Trainingsplatzes für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hatte der DFB deshalb erneut an den bekannten Landschaftsarchitekten Rainer Ernst übertragen.

Blick auf das neu angelegte Trainingsgelände der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Campo Bahia in Brasilien.
Abb. 1: Blick auf das neu angelegte Trainingsgelände der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Campo Bahia in Brasilien. (Fotos: R. Ernst)

 

Bermudagrass für die warmen Klimate

Die Gräser der warmen Klimate werden als C4-Pflanzen bezeichnet, da sie die Sonnenenergie besser nutzen können als die Gräser der kühlen Klimate (C3-Pflanzen).
Für die Rasenflächen in Brasilien spielt deshalb das Bermudagrass (Cynodon dactylon) eine besondere Rolle. Es verträgt die Hitze und sorgt mit den oberirdischen Ausläufern für eine dichte Rasennarbe. Ein Nachteil dieses Grases wurde bereits bei einigen WM-Stadien sichtbar, in den Wintermonaten stellt dieses Gras das Wachstum ein und wird braun.
Zur Vermeidung dieses negativen, optischen Effektes werden die Rasenflächen vor dem Winter mit Lolium perenne nachgesät. Das gilt auch für die WM-Stadien.

 

Mit „Spriggs“ angelegter Bermudagrass-Rasen für den Trainingsplatz im Campo Bahia.
Abb. 2: Mit „Spriggs“ angelegter Bermudagrass-Rasen für den Trainingsplatz im Campo Bahia.

(Fotos: R. Ernst)

Trainingsplatz der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Ende Mai
Abb. 3: Trainingsplatz der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Ende Mai, zwei Monate nach der vegetativen Anlage mit „Bermudagrass-Spriggs“.

(Fotos: R. Ernst)

 

62 Tage nach dem „Sprigging“  mit dem Bermudagrass der Sorte „Celebration“ zeigte sich die Fläche mit einem Deckungsgrad bis zu 95%.  Nur wenige Handteller große Flächen, die nicht vollständig bestockt waren, konnten noch ausgemacht werden. Mit der Anpassung der Schnitthöhe auf 22 mm, wurde das Wachstum und die Bestockung des Bermudgrass zusätzlich angeregt. Durch die Optimierung des Wassermanagements konnte die Durchwurzelung gezielt  verbessert werden.
Noch bevor die Nationalmannschaft das Training auf dem neuen Rasen aufnahm,  wurde die gesamte Fläche mit Lolium perenne nachgesät. Das Ergebnis des ersten Spiels hat gezeigt, die Gewöhnung an den neuartigen Rasen war sehr erfolgreich!

Dr. Klaus G. Müller-Beck,
Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft e.V.
Godesberger-Allee 142-146;  53175 Bonn

E-Mail: info@rasengesellschaft.de

 

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