Deutsche Rasengesellschaft e.V. DRG

 

Aktuelles: Bericht zum 113. Rasenseminar

„Nährstoffversorgung von Rasen:
Dünger-Entwicklung, Applikation und Produktion“

Kurzbericht zur Exkursion des 113. DRG-Rasenseminars im Raum Kaarst – Krefeld – Duisburg am 9. Mai 2011

Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft

Vom Rohstoff zum Düngerkorn im Spherodizer

Das Exkursionsprogramm zum Seminar-Thema „Düngerproduktion“  stand ganz im Zeichen der Werksbesichtigung bei der Firma COMPO in Krefeld. In dieser seit über 100 Jahren agierenden Produktionsstätte werden Düngerformulierungen in den unterschiedlichsten Ausprägungen hergestellt. Am Ende stehen hochwertige Mineraldünger mit Nitrifikationshemmstoff, Depotdünger mit Polymerhülle oder Flüssigdünger mit speziellen Wirkstoffen wie kaltgepresster Algenextrakt.
Ein besonderes Kennzeichen der Anlage ist die direkte Anbindung an das Hafenbecken; denn hier werden sowohl Rohstoffe (Phosphate oder Kalisalze) angelandet, aber auch Fertigprodukte für den Export verladen.
Beim Rundgang konnten sich die über 80 Seminar-Teilnehmer einen Eindruck von den Abläufen im Werksgelände bzw. von den Arbeiten an den jeweiligen Stationen verschaffen.

 

Düngergranuliertrommel

Abb. 1: Düngergranuliertrommel (Spherodizer) zur Herstellung von NPK-Mineraldüngern.
Foto: K.G. Müller-Beck

 

Beim Produktionsprozess wird zwischen einem Nassteil und einem Trockenteil unterschieden. Der Nassteil beinhaltet die Verfahrensstufen Aufschluss und Neutralisation der Rohstoffe bis zur Herstellung der Düngermaische. Dem Trockenteil werden alle weiteren Schritte wie Granulierung, Trocknung, Absiebung etc. zugeordnet.

 

Blick in die Kammer zur Einspeisung der Düngermaische.

 

Abb. 2:
Blick in die Kammer zur Einspeisung der Düngermaische.

Foto: K.G. Müller-Beck

 

Die bei der Aufschlussreaktion von Rohphosphaten mit 60 %-tiger Salpetersäure frei werdende Wärme führt zu einer Temperaturerhöhung der Lösung im Reaktor. Im weiteren Prozess werden Phosphorsäure und ggf. Schwefelsäure, Monoammonphosphat (MAP) und oder Diammonphosphat (DAP) sowie weitere Komponenten der Aufschlussmasse zugegeben. Je nach Produkt kann noch die Zugabe von Ammoniumsulfat erfolgen. Die Säuremischung wird mit gasförmigen Ammoniak (NH3) neutralisiert.
Die Neutralisationsreaktion verläuft unter großer Hitzeentwicklung, wobei die sich entwickelnde Wärme zur Aufkonzentration der Lösung genutzt wird. Der neutralisierten Lösung werden weitere Einsatzstoffe wie Kaliumchlorid und /oder Kaliumsulfat, Magnesiumsalze sowie Spurennährstoffe zugegeben.

Ein wichtiges Kernstück des Werkes ist die Ammoniak-Anlage, die sowohl den Eigenbedarf für die Düngerproduktion liefert als auch zusätzliche Mengen für den freien Verkauf produziert.

Die jeweilige Düngermaische eines definierten Produktes wird in die beschaufelte Granuliertrommel (Spherodizer) eingespritzt. Mittels der durchströmenden heißen Luft wird die Maische getrocknet und in der Granuliertrommel entstehen  unterschiedliche Körner. Durch Absiebung werden die Fraktionen Grobkorn nach Zerkleinerung mit der Fraktion Feinkorn in den Prozess zurückgeführt und die Fraktion „Gutkorn“ für die weitere Bearbeitung abgekühlt und vor der Einlagerung mit einem Antibackmittel konditioniert.

Entsprechend der Spezifikation werden die Produkte dann für den Vertrieb als lose Ware, in big bags oder als gesackte Ware vorgehalten.

 

Fließdiagramm zur Herstellung von NPK-Düngern

 

Abb.3:
Fließdiagramm zur Herstellung von NPK-Düngern im
COMPO-Werk Krefeld.

Quelle: www.umweltdaten.de/
publikationen/fpdf-l/3231.pdf

 

Erläuterungen zu den Abläufen

 

Abb. 4:
Erläuterungen zu den Abläufen an den unterschiedlichen Stationen durch den Produktionsleiter Dr. Hoppe

Foto: K.G. Müller-Beck

 

„Grüne Lunge“ in Duisburg

Beim Besuch der Sportschule Wedau wurde sehr schnell deutlich, dass dieser Sportkomplex eine große Tradition besitzt. Mit sechs Rasenspielfeldern und zwei Kunststoffrasenplätzen plus ein Mini-Spielfeld vom DFB nach der WM 2006 gesponsert, steht die Sportschule als Ausbildungszentrum für den Niederrheinischen Fußballverband.

 

Blick vom „Bettenturm“ der Sportschule Wedau

 

Abb. 5:
Blick vom „Bettenturm“ der Sportschule Wedau auf die Rasen- und Kunststoffspielfelder im grünen Umfeld der Anlage.
Foto: K.G. Müller-Beck

 

Der Rundgang über die Rasenflächen brachte für viele Tagungsteilnehmer die Erkenntnis, dass der Nutzungsgrad der Anlage sicherlich sehr hoch einzustufen war, dagegen erschienen die Pflegeaufwendung eher im mittleren Bereich angesiedet. Zum Thema „Nährstoffversorgung und Düngung“ konnte man in Teilflächen der Rasenplätze eine gewisse Bedürftigkeit nicht übersehen.
Für die Besucher selbst stand in der Sportschule ein angemessenes Mittagessen auf dem Speiseplan.

Golf-Park Meerbusch als grüner Ausblick

Die letzte Station der Exkursion führte die DRG-Fachleute dann auf den topp gepflegten Rasen, beim Golf-Park Meerbusch. Der Golfplatz vermittelte bereits bei der Einfahrt durch die Allee den Eindruck der niederrheinischen Parklandschaft, wobei die Bäume für den Doppelstockbus fast zum unüberwindbaren Hindernis wurden.

 

Trockenstellen

 

Abb. 6:
Bedingt durch die Niederschlagsarmut im Mai, zeigten sich im Semi-Rough-Bereich die ersten Anzeichen von Trockenstellen.
Foto: K.G. Müller-Beck

 

Nicht nur die Entwicklung der Grasnarbe aus Agrostis spec. und Poa annua auf den Grüns war jetzt für die Teilnehmer von Bedeutung. Beim Blick auf das Bodenprofil konnten sowohl der Bodenaufbau als auch die Pflegemaßnahmen begutachtet werden.

 

Rasentragschicht eines Golf-Grüns mit Oberboden-Anteilen

 

Abb. 7:
Rasentragschicht eines Golf-Grüns mit Oberboden-Anteilen nach ca. 25 Jahren mit Bearbeitungshorizont durch Tiefenaerifizieren und Besandung.
Foto: K.G. Müller-Beck

 

Beim Pflegekonzept des Head-Greenkeepers, Kai Thiesen, nimmt die Anforderung durch das Golfspiel eine besondere Stellung ein. Glatte, treue und schnelle Grüns werden hier als wichtige Faktoren genannt. Damit diesem Anspruch Rechnung getragen wird. Setzt Kai Thiesen auf die Kombination des Mähens in Verbindung mit dem „Smooth Roller“, der abwechselnd zum Einsatz kommt. Im Sinne der Gräserentwicklung wird eine Schnitthöhe von 4 mm eingehalten.

 

„Tru Turf Greens Rollers“
Abb. 8:
„Tru Turf Greens Rollers“ zur Vorführung für die DRG-Exkursionsteilnehmer.
Foto: K.G. Müller-Beck
Triplex-Mäher mit Smooth RollerAbb. 9:
Triplex-Mäher mit Smooth Roller Einheiten im morgendlichen Einsatz.
Foto: K.G. Müller-Beck

 

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