Deutsche Rasengesellschaft e.V. DRG

 

Aktuelles: Bericht zum 105. Rasenseminar

„Sportplatzbau – Vorgaben, Ausführungen, Tendenzen“

Bericht: 105. DRG-Seminar in Neu-Isenburg mit starker Resonanz
am 26. und 27. Mai 2008


Autor: Dr. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender Deutsche Rasengesellschaft

 

Das Thema Sportplatzbau bleibt für die Fachleute weiterhin interessant und aktuell, das bewiesen die ca. 100 Teilnehmer beim 105. Rasenseminar der Deutschen Rasengesellschaft DRG  am 26. und 27. Mai in Neu-Isenburg.

Ein zentraler Schwerpunkt war die Überarbeitung der DIN 18035, Teil 4, so dass die Referate von Dr. Harald Nonn:  „Geplante Änderungen in der DIN - Sportplätze– Rasenflächen“ und Dipl. Ing. Marko Münster: „Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit im Labor und bei bestehenden Anlagen“ auf großes Interesse stießen. Insbesondere die Messverfahren zur Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit wurden kritisch gewürdigt, mit dem Hinweis auf weitere notwendige Vergleichsuntersuchung, damit zukünftig reproduzierbare Ergebnisse im Sinne der Anwender ermittelt werden können.

Über die Auswirkungen unterschiedlicher, geeigneter und weniger brauchbarer Substrate für den Sportplatzbau konnten sich die Teilnehmer während der Exkursion informieren. Gerade im Sportpark Neu-Isenburg demonstrierte Frau Sabine Rosenberg vom Dienstleistungsbetrieb die unterschiedlichsten Beläge für Sportplätze, vom Tennenplatz über Rasenumbau nach Tennenbelag, Naturrasen und Kunststoffrasen der jüngsten Generation alle derzeit möglichen Varianten. Mit Spaten und Bohrstock ging man den Tragschichtsubstraten auf den Grund (s.Abbildung).

 

Begutachtung des Tragschichtmaterials
Begutachtung des Tragschichtmaterials
( Fotos: K.Müller-Beck)
Tennebelag
Erläuterungen zu einem stark abgenutzten Tennebelag
Nahaufnahme eines Sand-Gummigranulat
Nahaufnahme eines Sand-Gummigranulat verfüllten Kunst-stoffbelages
 

 

Als besonderes Highlight der Veranstaltung wurde die Möglichkeit der künstlichen Beleuchtung von Stadionrasen präsentiert. Hierzu referierte Herr Ing. Nico van Vuuren, SGL (Stadium Grow Ligthing), zum Thema: „Lichtbedarf und Belichtungssteuerung bei Rasengräsern“

Er erläuterte sehr ausführlich das komplexe Datennetzwerk zur Steuerung des SGL-Belichtungs-Konzeptes als notwendige Voraussetzungen für die optimale Wirkung einer künstlichen Belichtung von Rasengräsern.        

Rund um die Uhr erfassen Messsonden Daten für Temperatur, Feuchtigkeit bzw., Lichtintensität. Komplexe Auswertungsprogramme liefern dann für die jeweilige Stadionsituation eine notwendige Belichtungsregelung. In Deutschland wurde im vergangenen Winter in Frankfurt  und in  Wolfsburg im Testverfahren praktiziert. Weltweit nutzen inzwischen zahlreiche Stadien das SGL-Konzept, wobei ein großer Teil der Stadien in Großbritannien damit ausgestattet ist.

 

SGL-Belichtungseinheit
Inspektion der SGL-Belichtungseinheit   auf dem Betriebshof der Commerzbank-Arena
(Fotos: K.Müller-Beck)
SGL-Belichtungseinheit
Wirkung der SGL-Belichtungseinheiten auf dem Rasen der Commerzbank-Arena im Fr ühjahr 2008

 

Auch zu den Kosten wurden erste Angaben gemacht, dabei sind Anschaffungskosten für die Anzahl der Module (4 bis 6 MU 360) und die jeweiligen Energiekosten standörtlich unterschiedlich zu bewerten.
500 000 KWh sind erforderlich, damit ein Deckungsgrad des Rasens von 70 % gewährleistet wird.

Im Abschlussreferat zum Thema: „Tendenzen im Sportplatzbau aus der Sicht des Planers“, kam Dipl.-Ing. Bernd Schnabel, vom Büro S. Lukowski + Partner, zur Schlussfolgerung, dass der Einsatz von Kunststoffrasen eher den Tennenbelag ablöst, als den Naturrasen zu verdrängen. Dieser Einschätzung konnte sich die größte Zahl der Seminarteilnehmer der Deutschen Rasengesellschaft anschließen.

 

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